zurückliegende Konzerte der Christoph-Graupner-gesellschaft  e. v.
  In Zusammenarbeit mit dem Collegium Cantorum:
Konzert am Sonntag, 9. November 2003
Michaelskirche Darmstadt, Liebfrauenstraße 14

CHRISTOPH GRAUPNER
Werke mit Viola d’amore
Kantaten und Instrumentalmusik nach unveröffentlichten Quellen

Elisabeth Schmock, Sopran
Markus Lemke, Bass
Ludwig Hampe, Viola d’amore

Antichi Strumenti, Leitung Tobias Bonz
Collegium Cantorum Darmstadt, Leitung Oswald Bill

Das Konzert wurde unterstützt vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, vom Kulturamt der Stadt Darmstadt, von der entega GmbH, von der Ev. Kirche in Hessen und Nassau und von privaten Spendern.

Christoph Graupner war fünf Jahrzehnte lang landgräflicher Hofkapellmeister in Darmstadt. Seine Lebenszeit fällt in die anderer großer Barockkomponisten wie Telemann, Heinichen, Händel oder Bach. Den Bedürfnissen des Hofes entsprechend schrieb er zahllose Kantaten für die Hofgottesdienste sowie Konzerte, Ouverturen, Sinfonien und Kammermusik für die repräsentative Hofmusik. Durch den natürlichen Fluss seiner Musik und durch den Ideenreichtum im Umgang mit den musikalisch-klanglichen Mitteln stand er in hohem Ansehen bei seinen Zeitgenossen. Wegen eines unseligen Erbstreits indes blieben seine Werke der Nachwelt weitgehend unbekannt. Erst jetzt werden seine Qualitäten in zunehmendem Maße wieder durch Konzerte und durch CD-Einspielungen hervorgehoben und gewürdigt.

Zu den von Graupner bevorzugten Instrumenten gehörte die Viola d’amore, ein Streichinstrument, das im Gegensatz zu den Violintypen nicht mit Darmsaiten, sondern mit Metallsaiten bespannt war. Ein Originalinstrument, das im gleichen Jahr in Darmstadt gebaut wurde, als Graupners erste Kompositionen für Viola d’amore entstanden, wurde vor wenigen Jahren wieder entdeckt, restauriert und spielbar gemacht. Es steht für dieses Konzert erstmals in Darmstadt zur Verfügung und weckt eine Vorstellung vom Klang, den Graupners Werke einst charakterisierten.

Die Texte zu den Kantaten schrieb Johann Conrad Lichtenberg, der Vater des später berühmt gewordenen Göttinger Physikers. Lichtenberg war zunächst Pfarrer in Neunkirchen/Odw., danach in Ober-Ramstadt und schließlich in Darmstadt an der Stadtkirche. Mit Graupner war er verschwägert. Seinen Texten wird nachgesagt, sie seien von gleich hoher dichterischer und inhaltlicher Qualität wie die Texte, die an anderen Orten Deutschlands zu dieser Zeit erklungen sind.

Das Ensemble Antichi Strumenti spielt als eine auf Barockmusik spezialisierte und mit Graupners Musik bestens vertraute Instrumentalgruppe auf alten Instrumenten oder auf modernen Kopien solcher Instrumente. Barocke Spieltechniken und eine der Zeit entsprechende tiefe Stimmung, die sich zudem von der heute üblichen gleichtemperierten Stimmung abhebt, zeichnen ihr Spiel aus Die geringe Besetzungsstärke des Ensembles entspricht ganz dem solistischen Charakter der Musik Christoph Graupners.

 
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