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Konzert am 15. Oktober 2005
in der Petruskirche in Darmstadt-Bessungen
Kritik
(Darmstädter Echo - Kulturszene - 17.10.2005) >CHRISTOPH GRAUPNER
Drei geistliche Kantaten für Solostimmen
Wiederaufführung nach unveröffentlichten Quellen
„Weg,
verdammtes Sündenleben!“ (1720)
für Sopran, Alt, Streicher und Continuo
„Befiehl Du Deine Wege“ (1727)
für Sopran, Alt, Tenor, Streicher und Continuo
Ruby
Hughes, Sopran
Christoph Teichner, Tenor
Guido Erdmann, Altus, Bass
Das Musikalische ANTIQUARIUM, München
Das Konzert wurde unterstützt von der
Sparkasse Darmstadt, der Bauverein AG und dem Ehrenamt für
Darmstadt.
Die
Musik Christoph Graupners ist immer und in besonderer Weise die
Musik Darmstadts gewesen – an diesem Ort ist sie
entstanden, hier wurde sie gespielt und überwiegend rezipiert.
Graupner - aus dem sächsischen Vogtland stammend und an
der Leipziger Thomasschule ausgebildet - wurde 1709 von
Landgraf Ernst Ludwig (1667-1739) zunächst zum
Vizekapellmeister ernannt, bevor er von 1711 an bis zu seinem Tod im
Jahr 1760 hauptverantwortlich für die künstlerische und
organisatorische Leitung der Darmstädter Hofkapelle wurde, die er
zu stattlicher Größe und zu außerordentlichen musikalischen
Fertigkeiten zu führen wusste. Neben der Komposition von Bühnenwerken
und instrumentalen Konzerten, Suiten
und Sinfonien, wurden für Graupner (besonders nach der Schließung
des Opernhauses im Jahre 1719) die geistlichen Sonntagskantaten in
der Schlosskirche zum zentralen Schaffensfeld. So häufte sich in
Graupners über vier Jahrzehnte währender Tätigkeit für den
Hessen-Darmstädtischen Hof die fast unüberschaubare Menge von mehr
als 1400 geistlichen Kantaten an, die sich nahezu vollständig
erhalten haben und in der Universitäts- und Landesbibliothek
Darmstadt aufbewahrt werden.
Dass es nach dem Tod des Hofkapellmeisters im Jahr 1760 nicht zu
einer breiteren Rezeption seiner Kantaten außerhalb ihres ursprünglichen
Bestimmungsortes kam (wie sich dies beispielsweise für die Kantaten
Johann Sebastian Bachs feststellen lässt), liegt nicht etwa in
mangelnden musikalischen Qualitäten begründet; vielmehr
verhinderte Graupner selbst schon zu Lebzeiten eine Verbreitung,
indem er kaum jemals Werke, die er für seinen fürstlichen
Arbeitgeber geschrieben hatte, an Dritte weitergab oder gar (in
Kopie) zu veräußern suchte. Mit Graupners Berufung zum
Kapellmeister wurde Darmstadt zum ausschließlichen Ort seiner
Musik.
Die 675-Jahrfeier der Stadtgründung Darmstadts nimmt die
Christoph-Graupner- Gesellschaft zum Anlass, drei Kantaten des
hiesigen Hofkapellmeisters in konzertanter Erstaufführung zu präsentieren
und damit ein Stück lokale Musikgeschichte lebendig werden zu
lassen. |
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