Pressestimmen zur Christoph-Graupner-gesellschaft  e. v.
 

Arheilger Post 24.02.2005

Uraufführung nach mehr als 250 Jahren
Drei  Kantaten Christoph Graupners aus dem Passionszyklus von 1741

Arbeitsprobe in der Erich Kästner Schule unter der Leitung von Karl-Heinz Hüttenberger

Wäre nicht insbesondere Karl-Heinz Hüttenberger, der ehemalige Kantor an der Arheilger Auferstehungskirche, der sich seit 30 Jahren intensiv mit Graupner befasst, die Werke des einst angesehenen Darmstädter Komponisten würde heute kaum jemand mehr kennen. Christoph Graupner (1683-1760) war über 50 Jahre lang landgräflicher Hofkapellmeister in Darmstadt. 
Im Rahmen der 675-Jahrfeiern der Stadt Darmstadt richtet nun die im Jahre 2003 gegründete Graupner-Gesellschaft am Samstag, dem 12. März, um 20 Uhr in der Darmstädter Pauluskirche ein Konzert aus. Drei Kantaten aus einem Passionszyklus von zehn Werken aus dem Jahre 1741 werden unter der Leitung von Karl-Heinz Hüttenberger aufgeführt: die erste Kantate „Kommt Seelen, seid in Andacht stille“, die dritte Kantate „Christus, der uns selig macht“ und die fünfte „Die Gewaltigen raten nach ihrem Mutwillen“. 
Innerhalb des Graupner’schen Schaffens  (über 1400 Kantaten) nehmen die beiden Passionszyklen von 1741 (10 Kantaten) und 1743 (7 Kantaten) eine besondere Stellung ein. Nach Texten von  Johann Conrad Lichtenberg (1689-1751) - dem Vater des später berühmt gewordenen Göttinger Physikers - komponiert, erweisen sie sich als Höhepunkt in Graupners Werk und gewähren uns einen Einblick in die Vielfalt seiner kompositorischen Fähigkeiten. Alte Stilelemente werden neu interpretiert, von der einfachen Liedform bis zur kontrapunktischen Choralbearbeitung, von motettischen Ensemble-Sätzen bis hin zu den figurierten Schluss-Chorälen, die den damaligen höfischen Gewohnheiten entsprechend nur von Solisten gesungen werden. Eine weitere Besonderheit sind die Arien und Duette, von Schlichtheit bis zur höchsten kontrapunktischen Kunstfertigkeit ist hier alles zu finden. 
Wenn auch die Jahreszahlen etwas anderes vermuten lassen, so ist Graupner  kein Barock-Komponist mehr. Er war immer für Neues offen, ließ sich davon inspirieren und baute es in seinen ganz persönlichen Stil ein, der zur Vorklassik weist und teilweise darüber hinaus geht - ein Musikstil, der noch nicht sehr geläufig ist, aber heute immer mehr auf Interesse und Verständnis stößt und internationale Beachtung findet. 
Karl-Heinz Hüttenberger hat auch die Auswahl der Kantaten vorgenommen. Der unterschiedliche Charakter der einzelnen Kantaten zeigt den Spannungsbogen im Werk des Darmstädter Meisters auf. Hüttenberger übertrug die Kantaten aus den Graupner´schen Urschriften, setzte den Generalbass nach der Originalbezifferung aus und stellte das Aufführungsmaterial her. 
Die Kantaten Nr. 1 und 3 wurden bereits im Jahre 1978 in der Auferstehungskirche in Darmstadt-Arheilgen aufgeführt. 
Die Kantate Nr. 5 Die Gewaltigen raten nach ihrem Mutwillen“ ist,  nach allem was bekannt ist, eine Erstaufführung und seit ihrer Uraufführung 1741 nicht mehr erklungen. Ja, mehr noch: Wahrscheinlich hat selbst Graupner sie nicht einmal in der Fassung seiner handschriftlich erhaltenen Originalpartitur gehört. Die dort vorgesehene Oboe d’amore (Nr.3 Duetto: Tenor-Bass) scheint damals aus heute nicht mehr bekannten Gründen ausgefallen zu sein und wurde durch ein Fagott ersetzt. Dessen Stimme, von Graupner neu komponiert, stellt lediglich eine Umspielung der Oboe d’amore-Stimme dar und könnte von beiden Instrumenten aus satztechnischen Gründen nicht gemeinsam musiziert werden. Die als Ersatz geschriebene Fagottstimme stammt allerdings eindeutig aus Graupners Hand.  Aufgeführt wird die vom Komponisten ursprünglich vorgesehene Form.
Es spielt Kammerorchester der Christoph-Graupner-Gesellschaft, ein eigens für dieses Konzert zusammengestelltes Ensemble unter der Führung von Prof. Sándor Károlyi. Gesangssolisten sind Eva Lebherz-Valentin (Sopran), Felix Ühlein (Altus), Martin Steffan (Tenor) und Markus Matheis.
Das Konzert der Christoph-Graupner-Gesellschaft ist Bestandteil des Programms der 675-Jahr-Feier der Stadt Darmstadt und wird unterstützt vom Kulturamt der Stadt Darmstadt, der Sparkasse Darmstadt,  der HSE (HEAG Südhessische Energie AG) und privaten Spendern.
Karten von 21,- € bis 9,- € sind erhältlich beim Ticketshop im Luisencenter (zzgl. Vorverkaufsgebühr), bei der Christoph-Graupner-Gesellschaft unter 06151/74551 und an der Abendkasse. Für Mitglieder der Christoph-Graupner-Gesellschaft ist der Eintritt frei. 

 
  < Seitenanfang    << Startseite   <<< Veranstaltungen   Copyright >