Pressestimmen zur Christoph-Graupner-gesellschaft  e. v.
 

Darmstädter Echo 29.05.2008

Für Augen und Ohren

Vorschau: Ouvertüren Graupners eröffnen die Reihe „Musik aus Darmstädter Handschriften“

DARMSTADT. Christoph Graupner, der einstige Darmstädter Hofkapellmeister, zählte zu den wichtigsten Komponisten des 18. Jahrhunderts. Er stand sogar ganz oben auf der Wunschliste der Stadt Leipzig für den zu besetzenden Posten des Thomaskantorats und damit in Konkurrenz zu Bach, der damals weniger berühmt war als etwa Graupner, den der Darmstädter Landgraf aber unbedingt in seiner Stadt halten wollte. Doch heute ist die Bedeutung Graupners gegenüber Größen wie Bach, Händel oder Telemann abgeflacht und vorwiegend Insidern bekannt.

Diesem Umstand versucht die Darmstädter Graupner-Gesellschaft um ihre Vorsitzende Ursula Kramer abzuhelfen. Beispielsweise mit CD-Aufnahmen die Beachtung Graupners zu stärken. Jetzt ist die dritte Graupner-CD mit zwei Ouvertürensuiten herausgekommen: die beiden D-Dur-Ouvertüren (GWV 420 und 421) für zwei Trompeten, zwei Oboen, Flöte, Streicher und Pauke, eingespielt mit dem Ensemble „Antichi Strumenti“ vor genau einem Jahr in Mittlach im Elsass.

Aus diesem Grund hat die Graupner-Gesellschaft diese Formation am Sonntag (1.) zu einem Konzert nach Darmstadt eingeladen. Aufgeführt werden neben Graupners D-Dur-Suite (GWV 420) noch Suiten von Telemann und Johann Friedrich Fasch. Dieses Konzert ist zugleich Auftakt einer neuen Konzertreihe mit dem Titel „Musik aus Darmstädter Handschriften“, die von der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Darmstadt ausgerichtet wird. Da lag es nahe, mit der Graupner-Gesellschaft als gemeinsamem Veranstalter aufzutreten. Künftig soll einmal pro Jahr ein Konzert auf die Schätze der Darmstädter Musiksammlungen aufmerksam machen.

An diesem ersten Konzertabend werden nicht nur die neue Graupner-CD vorgestellt, sondern auch ein Faksimile-Nachdruck der Ouvertürensuite (GWV 420), der außerdem eine Einführung der Mainzer Musikforscherin Ursula Kramer in die Handschrift enthält sowie eine Einführung in Graupners Ouvertürensuiten durch Tobias Bonz vom Ensemble „Antichi Strumenti“.

Für das Konzert selbst hat sich die Graupner-Gesellschaft noch etwas Besonderes ausgedacht. Um die herkömmliche Konzertform aufzubrechen, wird ein Pantomime (Amin el Barkaoul) mit gestischen und tänzerischen Bewegungsformen die Musik aus einer modernen Perspektive ergänzen. Das passt bestens zur Musik Graupners, die tänzerisch inspiriert ist und Unterhaltung auf höchstem Niveau bietet. Darunter auch marschartige Stücke, die der Landgraf so sehr schätzte, hat er doch selbst einige Märsche komponiert, die sich ebenso im Besitz der ULB befinden. Und wenn das Konzert am Sonntag das erfüllt, was die Aufnahme der Graupner-Quvertüren verspricht, dann hat man selten Alte Musik so lebendig und frisch gehört.

„Auf den Spuren von Graupner: Suite de Suites“ – Barocke Ouvertüren mit tänzerischer Begleitung am Sonntag (1. Juni) um 17 Uhr im Vortragssaal im Darmstädter Schloss der ULB; zugleich erstes Konzert der neuen Reihe „Musik aus Darmstädter Handschriften“.

hz
29.5.2008

 
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