Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1150/29

Wohl dem der sich des Dürftigen annimmt



Originaltitel:
Wohl dem, der sich deß dürfftigen / annimmt / a / Flauto Trav. / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 9. p. Tr. / 1729.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 9. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1729
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 14.08.1729
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 2
Instrumente: fl, str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,str,bc) - B - C (/+poco allegro+andante)
     2.rec (S,bc)
     3.aria+acc (S,fl,vl unis,vla,bc) - c - 3+C
     4.rec (B,bc)
     5.aria (B,vl unis,vla,bc) - g - 12/8
     6.choral (SATB,str,bc) - B - C

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Mein Gott, das Herz ich bringe dir (Seite 97)
Liedtext: Nun danket all und bringet Ehr

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 14 Seiten;
S, A (2x), T (2x), B (2x): 1, 1, 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne, bc: 1, 2, 2, 1, 2, 2 - fl: 1f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-437-20
RISM ID:   450006242
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Wohl dem, der sich des Dürftigen annimmt!
    Den wird der Herr erretten zur bösen Zeit.
  2. Secco-Rezitativ
    Hat jemand Güter dieser Erden
    und teilt davon der Armut redlich aus,
    der hält wohl Haus.
    Zur Rechnungszeit
    wird er als treu erfunden werden.
    Er wird nicht abgesetzt,
    ach nein!
    Dort in der Seeligkeit
    wird so ein treuer Knecht mit Himmelsehr’ ergötzt.
  3. Arie / Secco-Rezitativ / Arie
    Seele, Güter, Leib und Leben
    sind ein Schatz, den Gott gegeben.
    Denke Seele, denke dran!
    Ehr’ und Stand
    sieh als fremde Güter an.
    Gottes Hand
    will sie endlich wieder haben.
    Wohl dem, welcher alle Gaben
    mit Gewinn berechnen kann.
    Ihr stolze Reiche dieser Welt!
    Wie handelt ihr mit Gottes Schätzen?
    Er wird euch bald zur Rede setzen.
    Und wisset, er streichet in der Rechnung aus,
    was ihr auf Pracht, auf Lust und sonstverwendet.
    Entschuldigungen gelten nicht.
    Und wer sein Amt mit Schande endet,
    den trifft ein schreckliches Gericht.
    Will er entflieh’n – ach! da wird gar nichts draus!
    Seele, Güter, Leib und Leben
    sind ein Schatz, den Gott gegeben.
    Denke Seele, denke dran!
    Ehr’ und Stand
    sieh als fremde Güter an.
    Gottes Hand
    will sie endlich wieder haben.
    Wohl dem, welcher alle Gaben
    mit Gewinn berechnen kann.
    Ihr stolze Reiche dieser Welt!
    Wie handelt ihr mit Gottes Schätzen?
    Er wird euch bald zur Rede setzen.
    Und wisset, er streichet in der Rechnung aus,
    was ihr auf Pracht, auf Lust und sonstverwendet.
  4. Secco-Rezitativ
    Doch allzu Viele sind, die nur zu ihrer Rechnung lachen.
    Sie wollen sich mit Geld und Gut
    nicht Freunde, sondern Feinde machen.
    Doch wenn der Tag erscheint, wie wollen sie besteh’n,
    da ihr so frecher Mut
    zwar Arme drückt, doch keinem Gutes tut?
    Dann wird der Trutz vergeh’n,
    denn nimmt Gott andre hin in jene ew’ge[n] Hütten.
    So wird er lauter Zorn auf ihre Scheitel schütten.
  5. Arie
    Treu im Leben, treu im Sterben,
    dieses macht die Rechnung gut.
    Gott wird solche Knechte loben,
    und im hohen Himmel droben
    kommen sie zum schönen Ort,
    da hinfort
    Leib und Seele ewig ruht.
  6. Choral / Dictum
    Er drücke, wenn das Herze bricht,
    uns unsre Augen zu
    und zeig’ uns drauf sein Angesicht
    dort in der ewgen Ruh.
    Sei getreu bis an den Tod,
    so will ich dir die Krone des Lebens geben.