Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1150/53b

Der Wahn der Welt ist schrecklich toll



Originaltitel:
Der Wahn der Welt ist / schrecklich toll / a / 2 Violin / Viola / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 9 p Tr. / 1753. / ad / 1742.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 9. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1753
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 19.08.1753
Vokal: ATB
Solostimmen: 2
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.acc (B,str,bc)
     2.aria (B,str,bc) - G - C (allegro)
     3.rec (T,bc)
     4.aria (T,str,bc) - c - C (largo)
     5.rec (B,bc)
     6.choral (ATB,str,bc) - G - C (andante)

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Freu dich sehr, o meine Seele (Seite 42)
Liedtext: Ach, was hab ich ausgerichtet?

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
A (2x), T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: Die Continuostimme ist mit Organo bezeichnet



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-461-23
RISM ID:   450007106
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Accompagnato-Rezitativ/Dictum
    Der Wahn der Welt ist schrecklich toll,
    wenn sie bei ihrem wüsten Leben
    die blinde Meinung hegt, dass es der Herr nicht merken soll.
    Sie legt das Gute, das ihr Gott gegeben,
    auf Lust, auf Pracht und also übel an.
    Sie denkt nicht dran,
    dass Gott einst Rechnung fordern werde.
    Ach glaub’s! Du irrst, verweg’ne Erde.
  2. Arie
    Alle Sachen,
    die wir uns zu Nutze machen,
    sind nicht unser eignes Gut.
    Alle Schätze dieser Welt,
    Gut und Geld,
    sind von Gott entlehnte Gaben.
    Er will Rechnung drüber haben.
    Wohl dem, der sie täglich tut.
  3. Secco-Rezitativ
    Ach stelle dir,
    du armer Mensch, die Rechnung täglich für:
    Das was du hast, hast du empfangen;
    Leib, Seele, Güter, Luft und Licht
    sind Güter Gottes deines Herrn.
    Wie bist du damit umgegangen?
    Ach, schmeichle dir nur nicht,
    wie es der Eigenwille gern
    zu seinem Schaden tut.
    Sprich nicht:
    „Gott wird nicht alles sehen.“
    O ja, Er wacht ob jedem Gut.
    Ist da und dort ein Fehl geschehen,
    so lass dir ja nicht
    wohl bei deiner Untreu sein.
    Bereu sie und stell dich besser ein.
  4. Arie
    Ach! Ich habe oft gefehlet.
    Wenn Gott allen Schaden zählet,
    o, wie wird es mir ergeh’n?
    Will der Herr mit allen Knechten
    nach der schärfsten Strenge rechten,
    ach! so kann kein Mensch besteh’n.
  5. Secco-Rezitativ
    Gott ist gerecht, doch auch von großer Treu,
    die Schwachen können Gnade hoffen.
    Die Frevler spricht Er niemals frei,
    Sein Zorn hat sie noch allzeit scharf betroffen.
  6. Choral
    Herr! es steht in Deinen Händen,
    Du alleine hilfst aus Not.
    Du kannst meinen Kummer wenden,
    Du kannst retten von dem Tod.
    Es steht nur allein bei Dir,
    niemand kann sonst helfen mir;
    Du kannst gnädig mich verneuen
    und in Ewigkeit erfreuen.