Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1153/46

Wer ist der gut Leben begehret



Originaltitel:
Wer ist, der gut Leben / begehret / a / 2 Violin / Viola / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 12. p. Tr. / 1746. / ad / 1737.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 12. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1746
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 28.08.1746
Vokal: ATB
Solostimmen: 2
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (ATB,str,bc) - As - C
     2.rec (T,bc)
     3.aria (T,vl unis,vla,bc) - g - C
     4.rec (B,bc)
     5.aria (B,vl unis,vla,bc) - C - 3
     6.rec (T,bc)
     7.choral (ATB,str,bc) - As - 3

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Großer Prophete, mein Herze begehret (Seite 49)
Liedtext: Höchster Formierer der löblichsten Dinge

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 10 Seiten;
A, T, B: 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-454-30
RISM ID:   450006907
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Wer ist, der gut Leben begehret und
    gern gute Tage hätte?
    Behüte deine Zunge vor Bösem und
    deine Lippen, dass sie nicht falsch reden.
  2. Secco-Rezitativ
    Soll uns die Zunge nicht
    in äußerste Verwund’rung setzen?
    Ein kleines Glied, das große Dinge tut,
    das Gut’ und Böses spricht,
    geschickt zum Lob des Herrn
    und leider auch, den Nächsten zu verletzen;
    gefährlich, wenn sich’s regt,
    am besten aber, wenn es ruht.
    Ach Jesu, du erbarmst Dich gern.
    Ach, heile doch die schändliche Gebrechen,
    die unsre Zunge trägt,
    und lehre uns recht und erbaulich sprechen.
  3. Arie
    Satans Gift hat – ach - die Zungen
    allzu schändlich angesteckt.
    Nur zu Bösem sind sie rege,
    aber – ach - zum Guten träge,
    wenn sie Jesus nicht erweckt.
  4. Secco-Rezitativ
    Ach, wer erkennt die Zungen-Sünden?
    Fast jedermann führt, Gott zur Schmach,
    ach, Kanaans verdorb’ne Sprach’.
    Ach Herr, lass Dich zur Hülfe willig finden.
    Erbarme Dich,
    die Weltsprach’ klingt recht lästerlich.
    Zerreisse doch die Sklaven-Bande,
    drein Satan manche Zungen führt.
    Lehr’ alle Welt im Gnadenstande
    zu reden, wie es sich gebührt.
    Doch, wo sie Dir frech widerbellt,
    so sprich: „Verstumme, böse Welt!“
  5. Arie
    Großer Schöpfer,
    ich bin Ton, sei Du der Töpfer,
    bilde Zung’ und Sprache recht.
    Lehre mich, wenn es von Nöten,
    stille schweigen und auch reden
    unter’m bösen Weltgeschlecht.
  6. Secco-Rezitativ
    Lass’ unsre Zungen hier auf Erden,
    o Gott, auch niemals lüstern sein.
    Und weil ein jedes Wort
    dort
    muss berechnet werden,
    so gib uns doch stets gute Worte ein.
  7. Choralstrophe
    Danke, du Zunge, vor reden und schmecken,
    werde nicht stumm, zu erheben die Macht,
    dass du dein Regen kannst weiter erstrecken,
    als wie die Tiere das Mundwerk gebracht.
    Lerne die Speisen
    einzig hoch preisen,
    welche, was Christum nur kennet, hoch acht’t.