Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1158/45

Seid ohne Tadel



Originaltitel:
Seyd ohne Tadel und lauter / und Gottes / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Basso / e / Continuo / Dn. 17. p. Tr. / 1745. / ad / 1738.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 17. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1745
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 10.10.1745
Vokal: Sopran, Alt, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.acc (A,str,bc)
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,str,bc) - B - 3 (andante)
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,str,bc) - F - C
     6.rec (B,bc)
     7.choral (SAB,str,bc) - g - 6/8

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
In dem Leben hier auf Erden (Melodie im Darmstadt K-GB 1687) (Seite 0)
Liedtext: In dem Leben hier auf Erden

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 10 Seiten;
S, A, B: 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-453-28
RISM ID:   450006867
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Seid ohne Tadel und lauter und Gottes
    Kinder; unsträflich mitten unter dem
    unschlachtigen und verkehrten
    Geschlechte, unter welchem ihr scheinet als
    Lichter in der Welt.
  2. Secco-Rezitativ
    Die Welt spricht zwar:
    „Wer unter Wölfen ist, der muss mit ihnen heulen.”
    Die Kinder Gottes tun das nicht.
    Ihr Glaubenslicht
    stellt sich nur desto schöner dar,
    wenn sie zuweilen als Lämmer unter Wölfen geh’n.
    Will oft Gefahr vor sie entsteh’n,
    so ist sie bald zerstreut.
    Das macht: Ihr Wort und Tun ist voller Lauterkeit.
  3. Arie
    Jesus Tugendlicht strahlt helle,
    da Er Seine Stelle
    mitten unter Sündern hat.
    Seiner Klarheit helles Funkeln
    kann auch nie ein Fall verdunkeln.
    Er bleibt rein in Wort und Tat.
  4. Secco-Rezitativ
    Ist Jesus gleich verhasst,
    wenn Ihn die Welt in ihren Haufen siehet,
    ist Er ein fremder Gast,
    den jeder gern ins Netze ziehet,
    so wankt doch Seine Tugend nicht.
    Sein laut’rer Sinn kann jederman beschämen.
    Aus allem, was Er tut und spricht,
    lässt sich was Gutes nehmen.
    Nimmt’s gleich die Welt nicht an,
    so muss sie doch vor Seiner Tugend schweigen.
    Ein Glaubiger folgt seines Meisters Bahn.
    Er wird sich stets, so viel er kann,
    in solchem Schmuck den bösen Haufen zeigen.
  5. Arie
    Der Lauterkeit beliebtes Wesen
    trägt allzeit Ruhm und Segen ein.
    Ein Feind muss sie stillschweigend ehren,
    ihr holdes Tun kann Vieles lehren.
    Wie? Sollte sie nicht rühmlich sein?
  6. Secco-Rezitativ
    Ihr Heuchler dieser Zeit,
    die ihr bei Frommen heilig scheint,
    bei Bösen aber böse seid,
    wie wollt ihr einst vor Gott bestehen?
    Er ist kein Freund
    vom Unflat der Unlauterkeit.
    Unlaut’re werden dort Sein Antlitz nimmer sehen.
  7. Choralstrophe
    Nimmer gehe falsch im Handeln
    noch im Reden noch im Tun.
    Wilt du vor dem Herren wandeln,
    dermaleins auch selig ruh’n,
    liebe Wahrheit, Recht und Zucht
    als des Geistes rechte Frucht.