Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1159/43

Die Welt weiss jetzo viel zu fragen



Originaltitel:
Die Welt weiß ietzo viel zu / fragen / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Dn. 18. p. Tr. / 1743.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 18. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1743
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 13.10.1743
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.acc (B,str,bc)
     2.aria (B,vl unis,vla,bc) - g - 3 (vivace)
     3.rec (S,bc)
     4.aria (S,vl unis,vla,bc) - G - 3 (affettuoso)
     5.rec (T,bc)
     6.choral (SATB,str,bc) - g - 12/8

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Erschienen ist der herrliche Tag (Seite 38)
Liedtext: O Jesu süß, wer dein gedenkt, des Herz mit Freud' wird überschwenkt

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 12 Seiten;
S, A (2x), T, B: 1, 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-451-48
RISM ID:   450006786
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Accompagnato-Rezitativ
    Die Welt weiß jetzo viel zu fragen.
    Ein Spötter fragt „dies-das” von Gott,
    jedennoch nur aus Spott;
    dem soll man „dies und jenes” sagen.
    Er macht sich an die Schrift,
    er klaubt „dies-das” heraus
    und lässt dagegen seinen Gift
    verwegen aus.
    Ein and’rer fragt Gewissenssachen,
    doch leider nur aus Heuchelei.
    Verweg’ne! Wenn euch Jesus fragt,
    wie euer Tun, wie euer Glaube sei,
    ach! wie verzagt,
    wie feig’ wird Er euch machen.
  2. Arie
    Gott und Jesum redlich lieben,
    das geht allem Wissen vor.
    Alles Streiten, alles Fragen
    will dagegen gar nichts sagen;
    Gott wird nur hiermit betrübt.
    Wer nicht glaubt und Liebe übt,
    ach, der ist vor Gott ein Tor.
  3. Secco-Rezitativ
    Schweigt, ihr verstockte Sadduzäer!
    Ach, wo verfallt ihr hin?
    Ihr werdet wohl der Frommen Trost nicht schwächen?
    Und ihr, ihr stolze Pharisäer!
    Was hilft euch das Bemüh’n,
    vom größesten Gebot zu sprechen,
    wenn ihr, was Gott gebeut, nicht tut.
    Es spricht der Herr: „Du sollst den Herrn, das höchste Gut,
    von ganzem Herzen lieben.“
    Das Fragen hilft hier nicht, was groß,
    was klein in dem Gesetze ist.
    Will jemand das Gebot nicht üben,
    der ist verflucht, der ist kein Christ.
  4. Arie
    Reiner Glaube, reine Liebe
    und ein reines Herz dabei:
    Glaubt’s, dass das was Großes sei.
    Lacht die Welt und ihre Weisen,
    wollen die was ander’s preisen,
    immerhin! ihr „Hoher Witz“
    ist für Gottes Richtersitz
    mit der Torheit einerlei.
  5. Secco-Rezitativ
    Ach, bessert euch, ihr Klugen dieser Zeit.
    pocht nicht auf’s Wissen, das ist Dunst.
    Sucht ernstlich, Jesum zu erkennen.
    Liebt Ihn, wenn ihr in dieser Kunst
    recht wohl bewandert seid.
    Denn könnt ihr euch „Die Rechten Klugen“ nennen.
  6. Choralstrophe
    Jesum lieb haben, ist sehr gut,
    wohl dem, der sonst nichts sucht noch tut.
    Mir selber will ich sterben ab,
    dass ich in Ihm das Leben hab’.
    Alleluja.