Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1159/45

Alle Schrift von Gott eingegeben ist



Originaltitel:
Alle Schrifft von Gott / eingegeben / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e Continuo. / Dn. 18. p. Tr. / 1745. / ad / 1738.
Abschnitt im Kirchenjahr: Trinitatis
Sonntag im Kirchenjahr: 18. Sonntag nach Trinitatis
Entstehungszeit: 1745
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 17.10.1745
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.dictum (T,str,bc) - d - C
     2.rec (S,bc)
     3.aria (S,str,bc) - F - C
     4.rec (B,bc)
     5.aria (B,vl unis,vla,bc) - g - 3
     6.choral (SATB,str,bc) - d - C (largo)

Melodie zum 6. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ (Seite 69)
Liedtext: Durch Adams Fall ist ganz verderbt

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 1, 1, 1, 1, 1, 1, 2f.
Kommentar: ---



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-453-29
RISM ID:   450006868
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



 Ich möchte einen Fehler oder eine Verbesserung zu
    dieser Kantate melden:  
 


    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütz
    zur Lehre, zur Strafe, zur Besserung, zur
    Züchtigung in der Gerechtigkeit.
  2. Secco-Rezitativ
    Die Welt ist zwar mit Schriften angefüllt,
    doch, ach! die beste wird verschmähet,
    die Schrift, draus vieler Segen quilt,
    den zwar ein eitler Weltgeist nicht,
    jedoch ein Frommer wohl verstehet.
    Die Schrift, daraus Gott Selbsten spricht,
    ist, ach! der Welt ein Vorwurf ihres Spottes,
    doch Kindern Gottes
    ist sie ein Schatz, der alles überwiegt.
    Ihr Spötter, wollt ihr lachen?
    Geduld! Die Zeit wird’s deutlich machen,
    wer Recht behält, wer sich betrügt.
  3. Arie
    Ich ehre
    die Schrift und ihre Lehre,
    ihr Wort betrügt mich nicht.
    Ich kann an ihren Sätzen
    Herz und Gemüt ergötzen,
    wenn sie zum Trost der Armen
    von göttlichem Erbarmen,
    wenn sie so schön von Christo spricht.
  4. Secco-Rezitativ
    Was freche Sadduzäer sprechen,
    das kann und soll
    bei mir
    den Ruhm der Schrift nicht schwächen.
    Sind Pharisäer blind und toll!
    Sie bleiben bei der Schale stehen
    und seh’n den Kern der Schrift nicht ein.
    So werd’ ich nie in ihre Schule gehen.
    Nur dies soll mein Bemühen sein:
    Dem Willen Gottes nach zu leben,
    der mich auf Christum weist.
    Dem will ich Herz und alles geben.
    Ob mich die Welt gleich einen Toren heißt,
    vielleicht kann ich sie auch verlachen,
    wenn Gott an mir und ihr
    die Schrift einst wahr wird machen.
  5. Arie
    Jesu, großer Herr und Lehrer,
    gönne mir Dein Lebenswort.
    Wenn ich diesen Schatz verstehe,
    wenn ich Dich darin ersehe,
    denn weicht aller Kummer fort.
  6. Choralstrophe
    Ich bitt’, o Herr aus Herzensgrund,
    Du woll’st nicht von mir nehmen
    Dein heilig’ Wort aus meinem Mund.
    So wird mich nicht beschämen
    mein’ Sünd’ und Schuld,
    denn in Dein’ Huld
    setz’ ich all mein Vertrauen.
    Wer sich nur fest
    darauf verlässt,
    der wird den Tod nicht schauen.