Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1175/39c

Gott deine Gerechtigkeit ist hoch



Originaltitel:
Gott, deine Gerechtigkeit ist hoch
Abschnitt im Kirchenjahr: andere
Anlass: Trauerfeier- / Beerdigungskantaten
Entstehungszeit: 1739
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 4
Instrumente: ob (3), fg, hn (2), clar, timp (2), str, bc
Satzbeschreibung:
     1.coro (SATB,ob(3),fg,hn(2),clar,timp(2),str,bc) - F - C
     2.acc (B,str,bc)
     3.aria (AB,ob(3),fg,str,bc) - d - C
     4.acc (S,str,bc)
     5.aria (S,ob,str,bc) - G - 12/8
     6.acc (T,str,bc)
     7.choral (SATB,ob(3),fg,hn(2),clar,timp(2),str,bc) - F - C
Dichter: J.C. Lichtenberg (?)
Partitur: 17 Seiten;
A, T: 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc (2x): 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2, 2 - ob 1, 2, 3: 2, 2, 1 - cor 1, 2, clno: 1, 1, 1 - timp: 1f. Incpl: no further indication
Kommentar: For the funerals of Landgrave Ernst Ludwig (12/9/1739), but rather for the new government of Ludwig VIII - fg in both cont-parts&both vlne-parts! /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-447-25
RISM ID:   450006536
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Gott, Deine Gerechtigkeit ist hoch,
    der Du große Dinge tust.
    Gott, wer ist Dir gleich?
    Mein Mund soll verkündigen
    Deine Gerechtigkeit,
    täglich Dein Heil, die ich nicht alle zählen kann.
  2. Accompagnato-Rezitativ
    Tritt her, gebeugtes Vaterland,
    bewundre Gottes Gnadenwerke,
    die Er an dem itzt, ach, erblassten Haupt gewand.
    In welcher Kraft, in welcher Stärke
    betrat Dein Fürst nicht den Regierungspfad!
    Was seine Andacht bat,
    das traf - der Welt zum Wunder - ein.
    Des Regiments, der hohen Jahre Last
    konnt’ Seinen munt’ren Geist nicht schwächen.
    Sein Heldenmut
    stund so im Glück als Unglück gleich gefasst
    und welch ein Geist des Rats auf Ihm geruht,
    davon wird auch die Nachwelt sprechen.
    Was Wunder, dass Sein Gott Ihn dir entreißt!
    Ein so erlauchter Geist
    ist mehr als eines Purpurs wert.
    Drum traure nicht, gib dich zufrieden,
    der Herr hat, wie sein Knecht begehrt,
    Ihm dort ein besser Teil beschieden.
  3. Duett/Arie
    Gott ist hoch, ein Herr der Herren,
    (Der Herr ist hoch, ein Herr der Herren,)
    was Er tut, ist wohlgetan.
    Wertes Land,
    küsse Gottes Vaterhand.
    Wenn Er Fürsten schenkt und schmücket,
    wenn Er sie gen Himmel rücket,
    wer ist, der das tadeln kann?
  4. Accompagnato-Rezitativ/Secco-Rezitativ
    Wir müssen freilich Gottes Rat
    in stillem Sinn demütig ehren.
    Die Hand, die uns geschlagen hat,
    hemmt auch den Zufluss unsrer Zähren.
    Sie bringt, was uns der Tod geraubt,
    gesegnet ein - und wie? - in unserm Oberhaupt.
    Ernst Ludwig lebt zwar hier
    in himmlischem Vergnügen,
    doch auch noch hier
    in Seinem Göttersohn,
    der Seines großen Vaters Thron
    zur Freude seines Volks bestiegen.
    Hier strahlt Ernst Ludwigs Ebenbild!
    Sein Purpur, den der Himmel schmücket,
    draus Weisheit, Ernst und Gnade blicket,
    der ist’s, der unsre Tränen stillt.
  5. Arie
    Gott ist treu in allen Wegen,
    da Er nach geschärften Schlägen
    wieder wohl und freundlich tut.
    Er hat unserm Vaterland
    seine tiefe Trauerwunden
    durch das teu’rste Heilungsband,
    Seinen Ludwig , wohl verbunden.
    Sagt: Ist unser Gott nicht gut?
  6. Accompagnato-Rezitativ/Secco-Rezitativ
    Dich aber, großer Fürst der Hessen,
    Ernst Ludwig, der Du nun
    bei Deinen Vätern ruhst,
    kann weder unser Haupt
    noch auch Dein Land vergessen.
    Hochsel’gster ja! Du tust
    den Deinen allzu schmerzlich weh.
    Dein großer Erbe wird und wir
    Dir ein geweihtes Denkmal setzen.
    Das herbe Salz, der Tränensee
    soll es in unsre Herzen ätzen
    und diese bleiben Dir
    auch in der Gruft stets tief ergeben.
    Indessen: Raste wohl.
    Das neue Freudenleben,
    das Dich Dein Gott genießen lässt,
    ist ein Gewinn, der über alles gehet,
    den aber niemand nicht, als der ihn hat, versteht.
  7. Choral
    Christus, der ist mein Leben,
    Sterben ist mein Gewinn,
    dem tu ich mich ergeben.
    Mit Freud’ fahr’ ich dahin.
    Mit Freud’ fahr’ ich von dannen
    zu Christ, dem Bruder mein’,
    auf dass ich zu ihm komme
    und ewig bei Ihm sei.