Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

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GWV 709
 
[Sonate für Violine und Cembalo obligato]
475-01 Chamber

 

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Chalumeaux: Concertos, Ouvertures & Sonatas
  • Christoph Graupner (1683-1760): Concerto für 2 Chalumeaux, 2 Violinen, Viola und Cembalo C-DurGWV 303
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonata für Cembalo obligato und Violino g-moll709">GWV 709
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouvertüre für 3 Chalumeaux, 2 Violinen, Viola und Cembalo F-DurGWV 449
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonata für Cembalo und Violino g-mollGWV 711
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouvertüre für 2 Hörner, Tympanon, 2 Chalumeaux, 2 Violinen, Viola, Fagott und Cembalo F-DurGWV 452
Interpreten:
  • Ernst Schlader (Chalumeau), Markus Springer (Chalumeau), Christian Leitherer (Chalumeau)
  • Ars Antiqua Austria, Leitung: Gunar Letzbor

CD 1379
SACD
 
Christoph Graupner - Wo willst du hin betrübte Seele, Cantata 1709
  • Kantate "Wo willst du hin betrübte Seele" → GWV 1155/09a
Interpreten:
  • Ingrid Schmithusen (Sopran)
  • Les Ideés Heureuses, Leitung: Geneviève Soly
  VIDEO
  Oswald Bill (Hrsg.):
Christoph Graupner. Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke.

Der Bach-Zeitgenosse Christoph Graupner, der seit 1709 die in Darmstadt residierenden Landgrafen fünf Jahrzehnte lang mit Musik versorgen musste, hinterließ nach seinem Tod 1760 ein bis heute kaum überschaubares Lebenswerk: neben zahlreicher Instrumentalmusik ein gewaltiges Corpus von mehr als 1400 Kirchenkantaten. Ein Werkverzeichnis seiner Instrumentalwerke erschien bereits 2005 bei Carus und wurde zum gefragten Ratgeber bei Konzertprogrammen und Veröffentlichungen. Ein ebenso gründliches Verzeichnis der Kantaten hingegen schien immer wieder an der großen Materialmenge zu scheitern. Jetzt hat Oswald Bill, früher Leiter der Musikabteilung an der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, den Versuch gewagt, auch das Kantatenverzeichnis in Angriff zu nehmen. Der erste Band liegt inzwischen vor. Er ist nach dem kirchlichen de-tempore geordnet und umfasst die Kantaten für den weihnachtlichen Festkreis vom 1. Advent bis hin zum 5. Sonntag nach Epiphanias. Das Graupnersche Schaffen wird nun überblickbar, weder Forschung noch Praxis sind weiterhin auf die bisher eher zufälligen Veröffentlichungen angewiesen. In dem fast 800 Seiten starken Band füllen etwa 700 Seiten die umfangreichen Incipits sämtlicher Kantatensätze. Sie werden dargeboten in partiturähnlicher Anordnung und erschlossen durch zahlreiche Register, unter denen das der Choralmelodien sowie ein Bibelstellenregister für die kirchenmusikalische Arbeit besonders nützlich sein dürften. Ein neuer Klang kündigt sich an, der in die Praxis umgesetzt werden möchte. Das Verzeichnis der Kantaten Graupners wird fortgesetzt.


bio G 30 Bd. [2,1]
Bibliographie
  Oswald Bill (Hrsg.):
Christoph Graupner. Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke.
Christoph Graupner (1683–1760) gehört zu den vielen Komponisten, die den Grundstock für ihre Laufbahn als Schüler der Leipziger Thomasschule legten. Nach anschließendem Jurastudium in Leipzig war er zunächst Cembalist an der Hamburger Oper, dann ab 1709 Kapellmeister am Hof zu Darmstadt; der Wechsel in das Leipziger Thomaskantorat wurde ihm 1723 von seinem Dienstherren versagt. Graupners über 1400 geistliche Kantaten stellen einen zentralen Bestand in der Geschichte der protestantischen Kirchenkantate dar. Graupners Schaffen wird hier erstmals vollständig erschlossen. Neben ausführlichen Incipits enthält das Verzeichnis alle relevanten Informationen zu den jeweiligen Werken wie Besetzung, Überlieferung, Datierung und Textherkunft. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für die Musik des Bach-Zeitgenossen!

bio G 30 Bd. [2,2]
Bibliographie
  Ursula Kramer (Hrsg.):
Musikalische Handlungsräume im Wandel. Christoph Graupner in Darmstadt zwischen Oper und Sinfonie
  • Ursula Kramer: Vorwort
  • Peter Engels: Darmstadt zur Zeit Christoph Graupners
  • Rainer Maaß: Hälfte des Lebens: Die Reisen Landgraf Ernst Ludwigs von Hessen-Damrstadt zwischen 1706 und 1711
  • Rouven Pons: Vom Scheitern der Kühnheit zum Sieg der Moderne
  • Ursula Kramer: Ein Soutterain, daraus die Musik sehr schön klingen soll
  • Oswald Bill: Graupner im Kräftefeld des höfischen Alltags
  • Hansjörg Drauschke: Christoph Graupner als Opernkomponist
  • Michael Maul: Daß die Poesie die beste und schlimmste Wißenschafft sey
  • Rashid-S. Pegah: Zu den theatralischen Aufführungen am Darmstädter Hofe 1709-1719
  • Sigrid T'Hooft: Wenn Ton und Bild verschmelzen
  • Guido Erdmann: Ein Stück aus einer opera
  • Peter Cahn: Nachträgliches zu Christoph Graupners Sinfonien
  • Christoph Hust: Graupner und die "wunderbaren Würkungen" der neuen Zeit
  • Brian Clark: Johann Friedrich Fasch and the Sinfonia in Zerbst
  • Tobias Bonz: Die Darmstädter Sinfonien von Johann Gottlieb Janitsch
  • Christoph Großpietsch: Von der Ouverture zur Sinfonia

Siehe auch 250. Todestag von Christoph Graupner.


LP 39070 K89
Bibliographie
 
Royal Recorder Concertos: Music from the Court of King Frederik IV
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouvertüre für Blockflöte, Streicher und B.C. F-DurGWV 447
  • Johann Adolph Scheibe (1708-1776): Concerto á 4 für Blöckflöte, Streicher und B.C. B-Dur
  • Johann Gottlieb Graun (1703-1771): Double Concerto für Blockflöte, Violine, Streicher und B.C.
  • Christoph Graupner (1683-1760): Concerto für Blockflöte, 2 Violinen, Viola und Cembalo F-DurGWV 323
  • Anonymous: "The Princess´s Suite" für Blockflöte, Streicher und B.C. d-moll
  • Johann Christian Schickhardt (1681-1709): Più vivace aus: Sonata op. 8 Nr. 4 für Blockflöte und B.C. c-moll
Interpreten:
  • Arte Dei Suonatori, Leitung: Bolette Roed

CD 2019
SACD
 
Virtuose Trompetenkonzerte
  • Alessandro Stradella (1639-1682): Sonata D-Dur für Trompete und 2 Orchester
  • Giuseppe Torelli (1658-1709): Konzert Nr.2 D-Dur für Trompete und Orchester
  • Antonio Vivaldi (1678-1741): Koncert C-Dur für 2 Trompeten und Orchester
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Sonata D-Dur für Trompete und Orchester
  • Christoph Graupner (1683-1760): Concerto D-Dur für Clarino (Trompete), 2 Violinen, Viola und CembaloGWV 309
  • Johann Friedrich Fasch (1688-1758): Konzert D-Dur für Trompete, 2 Oboen und Orchester
Interpreten:
  • Adolf Scherbaum (Trompete)
  • Hamburger Barockensemble, Leitung: Adolf Scherbaum
  LP
 
Virtuose Trompetenkonzerte aus Barock und Rokoko
  • Franz Xaver Richter (1709-1789): Konzert D-Dur für Trompete, Streicher und B.C.
  • Christoph Graupner (1683-1760): Concerto D-Dur für Trompete, Streicher und B.C.GWV 309
  • Franz Querfurth (1715-1751): Konzert Es-Dur für Trompete, 2 Hörner, Streicher und B.C.
  • Johann Michael Haydn (1737-1806): Konzert D-Dur für Trompete, 2 Hörner, Streicher und B.C.
Interpreten:
  • Don Smithers (Trompete)
  • Concerto Amsterdam, Leitung: Jaap Schröder

Pc 146
LP

 

Sonstiger Content

       
16th Biennial International Conference on Baroque Music

Salzburg

Die internationale Fachtagung, die seit den 1980er Jahren in zweijährigem Abstand an unterschiedlichen Orten (bisher Manchester, Warschau, Leeds, Belfast und Southampton) Begegnungen von Musikwissenschaftlern und Musikern aus aller Welt ermöglicht, fand vom 9. bis 13. Juli 2014 zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum statt. Die Referate und Lecture-Recitals, in parallelen Sektionen geführt, widmeten sich der Musikgeschichte, Aufführungspraxis und Musiktheorie des 17. und 18. Jahrhunderts, diesmal mit den Schwerpunktthemen "Barockmusik im zentraleuropäischen Raum“ und "Musikalischer Transfer über die Alpen“. Das Rahmenprogramm beinhaltete Konzerte des Institutes für Alte Musik und des Collegium Vocale Salzburg in der barocken Pfarrkirche von Mülln, ein Conference Dinner auf der Festung Hohensalzburg, ein Delegates’ Concert und am letzten Tag einen Ausflug über die Großglockner Hochalpenstraße. Die Christoph-Graupner-Gesellschaft zeichnete verantwortlich für eine Sektion zu Graupners Kantatenwerk, wobei Christoph Großpietsch als Leiter der Sektion fungierte.

Mitglieder der Christoph-Graupner-Gesellschaft hielten folgende Referate:

  • Guido Erdmann:
    Sacred Dialogue Cantatas by Christoph Graupner
    With the appointment of Graupner as a Kapellmeister at the court of Hesse-Darmstadt, a period of artistic renewal began in 1709, guided mainly by the claim of theatricality ("Theatralität"). A somewhat concept of theatrical church music was established in Darmstadt, even before efforts to operate a prestigious court opera revealed significant contour. Its essential element, which makes the intention particularly clear and gives the court church music a significant tendency, is the corpus dialogue cantatas composed by Graupner on libretti of the Neumeister follower and Darmstadt court librarian Georg Christian Lehms.
  • Rashid S. Pegah:
    In Search of Settings and Occasions. Secular Cantatas at the Landgraviate Court of Hesse-Darmstadt
    During the last three decades interest in the music at the Darmstadt court has been rekindled again. Thus further interest has focussed on the sacred cantatas and the instrumental works of Christoph Graupner. Some attention has also been given to the operas performed within the decade 1709-19. However, the secular cantatas which Graupner composed and performed during his extraordinary long tenure have been rather neglected. The present paper undertakes to find answers to questions about the occasions for which these works were composed and the settings in which they could have been performed. In search of solutions I shall draw on comparable testimonies from other German courts, related to the Darmstadt court, and on more general descriptions of settings for music-making, e.g. from 18th century 'Ceremonielliteratur'.
  • Beate Sorg:
    Graupner and the Use of Musical Borrowings
    Heretofore, the immense quantity of Christoph Graupner’s vocal works has made it a daunting scheme for scholars to survey the re-use of earlier music, either of his own or other composer’s origin. It has been stated to date, that Graupner, who reworked a considerable number of his ouverture suites to fit into his later symphonies, used to create new music in his cantatas as a matter of principle, even if confronted with the same lyrics or textual templates. However, there is evidence that Graupner used borrowings in various cases, on the one hand in church cantatas when he reused some of his previous charale settings, on the other hand when he achieved a fusion of old and new elements in certain secular cantatas.
  • Ursula Kramer:
    Performance-Practice at the Court of Hesse-Darmstadt
    Apart from the huge amount of surviving compositions written by Graupner as music for the court, there are few further sources revealing details about the actual state and conditions of music-making of the day. But the compositions themselves, in particular the individual vocal and orchestral parts, in fact contain quite a number of secondary hints; thus, the attempt of an acoustic recontruction seems to be worthwhile: the number of parts of still existing works (revealing therefore the ensemble’s size), detailed instructions concerning dynamics, specific instrumentation in individual parts, are just a selection of various hints towards a more concrete picture of musical life at the Darmstadt court: Was there a specific „Darmstadt sound“ in the first half of the 18th century? The analysis will be based upon Graupner’s cantata production, the only musical genre with explicit dating which therefore helps us to follow stylistic changes and development.

Termin: 9. bis 13. Juli 2014
Veranstalter: Universität Mozarteum, Salzburg

→ Vorträge / Tagungen
       
7. Sinfoniekonzert
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Concerto D-Dur für drei Trompeten, Pauken, zwei Oboen, Streicher und B.C.,  TWV 54:D3 
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Concerto G-Dur für Viola, Streicher und B.C., TWV 51:G9 
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Ouvertüre D-Dur für zwei Hörner, zwei Oboen, Streicher und B.C., TWV 55:D21
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759): Sinfonia B-Dur für Streicher und B.C., HWV 339
  • Christoph Graupner (1683-1760): Concerto für Viola d'amore, 2 Violinen, Viola, Fagott und CembaloGWV 336
  • Wilhelm Friedemann Bach (1710-1784): Adagio & Fuga allegro d-mollfür zwei Flöten, Streicher und B.C., F 65

Ausführende:

  • Nils Mönkemeyer (Violine)
  • Staatsorchester Darmstadt, Leitung: Reinhard Goebel

Datum: Sonntag, 11. Juni 2023, 11:00 Uhr, Montag, 12. Juni 2023, 20.00 Uhr
Ort: Staatstheater Darmstadt, Großes Haus, Darmstadt (D)
Veranstalter: 70922Z&X-Amz-SignedHeaders=host&X-Amz-Expires=600&X-Amz-Signature=50df8ea5e1aff0d9f373b41ae21c30ff5d543f042ca1373a6456b035c2de6a92" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Staatstheater Darmstadt

 

Konzerte
       
Barocke Weihnacht
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): "Das Wohltemperierte Klavier" Teil I: Präludium und Fuge B-Dur, BWV 866
  • Bohuslav Martinu (1890-1959): Madrigale für Violine und Viola, H. 313 (Auswahl)
  • Christoph Schaffrath (1709-1763): Duetto g-moll für Fagott und obligates Cembalo
  • Erwin Schulhoff (1894-1942): Duo für Violine und Violoncello (Auswahl)
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Sonate E-Dur für Violine und Cembalo, BWV 1016
  • Erwin Schulhoff (1894-1942): "Bassnachtigall" für Kontrafagott
  • Erwin Schulhoff (1894-1942): Fünf Stücke für Streichquartett
  • Christoph Graupner (1683-1760): Konzert c-Moll für Fagott, zwei Violinen, Viola und B.C.GWV 307

Ausführende:

  • Clemens Ratajczak, Hanna Schäfer (Violine), Niklas Schwarz (Viola), Anja Rapp (Violoncelleo), Ilka Wagner (Fagott, Kontrafagott), Harald Hoeren (Cembalo)

Datum: Sonntag, 15. Dezember 2019, 11.00 Uhr
Ort: RWE Pavillon, Philharmonie Essen, Essen (D)
Veranstalter: Essener Philharmoniker

→ Konzertarchiv
       
Begeisterung für Graupner

Konzert - Portrait eines Barock-Meisters: Das kanadische Ensemble "Les idées heureuses" spielt in der Darmstädter Orangerie

DARMSTADT. Es ist kein Zufall, dass das kanarische Ensemble "Les idées heureuses" auf seiner Europa-Tournee Darmstadt als einzigen deutschen Veranstaltungsort gewählt hat. Die acht Musiker um die renommierte Cembalistin Geneviève Soly haben sich der Musik Christoph Graupner verschrieben, des Komponisten, der von 1709 bis 1760 am Darmstädter Hof wirkte und mit Johann Sebastian Bach um den Posten des Leipziger Thomaskantors konkurrierte.

Das von der Graupner-Gesellschaft veranstaltete Konzert in der Darmstädter Orangerie stellte Solostücke für Cembalo, eine Triosonate und Werke für Kammerorchester nebeneinander und bot damit ein anregendes Porträt des Instrumentalkomponisten Graupner.

Weiterlesen ...

Quelle: Darmstädter Echo, 15. Oktober 2006

Pressespiegel
       
Besinget einen Götter-Sohn, den Held der Hessen
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sinfonia aus der Oper"Antiochus und Stratonica" → GWV 1002
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Wertes Glück" aus der Oper "Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Kommet herzu lasset uns dem Herrn frohlocken": Arie "Gott sei Dank"GWV 1174/28
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Pur vi baccio" aus der Oper"Dido, Königin von Carthago" GWV 1001
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Sinfonia aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Die Sonne zeigt nicht selten Flecken“ aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Artige Kinder, seht mich an!“ aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouverture A-Dur: 1. Satz → GWV 474
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Zu den Wolcken, zu den Sternen“ aus der Oper"Antiochus und Stratonica" → GWV 1002
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouverture A-Dur: 5. und 9. Satz → GWV 474
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Leon feroce" aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt (1667-1739): Ouvertüre zu Christoph Graupners Patorale"La Costanza vince l´inganno" → GWV 1011
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Quell‘ amor" aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Canon all´unisono B-Dur für 2 Oboen, Violoncello und B.C.GWV 218
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Alle Züchtigung wenn sie da ist dünket sie uns nicht Freude": Bass-Solo-Arie → GWV 1162/26
  • Christoph Graupner (1683-1760): Partita f-moll "Junius"GWV 114
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Jesu edler hoher Priester": Arie "Wie wohl ist mir"GWV 1124/20
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Godi pur di pace tranquilla" aus der Oper"Antiochus und Stratonica" → GWV 1002
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Vor meiner Rache Strahl und Blitzen“ aus der Oper "L’inganno fedele oder Der getreue Betrug"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Solo per te" aus der Oper"Berenice und Lucilla" → GWV 1009

Ausführende:

  • David Pichlmaier (Bass)
  • Concentus 1709: Mechthild Karkow, Anna Kaiser, Megan Chapelas und Kerstin Fahr (Violinen), Ursula Plagge-Zimmermann (Viola), Marie Deller (Violoncello), Matthias Scholz (Violone), Anna Seidenglanz (Oboe), Antonello Cola (Oboe), Flóra Fábri (Cembalo)

Datum: Samstag 6.Juli 2019, 17:00 Uhr
Ort: Gartensaal der Hofreite Zipfen, Hauptstr. 5, 64853 Otzberg-Zipfen (D)
Veranstalter: Otzberg vocal

 

→ Konzertarchiv
       
Biographie

Christoph Graupner – Eine Biographie

Darmstädter Residenz 
Großherzogliche Residenz zu Darmstadt vom Opernhaus gesehen

Als im Juli 1709 die erste Kantate von Christoph Graupner ("Süßer Tod") in Darmstadt im Rahmen eines sonntäglichen Gottesdienstes erklang, ahnte der Komponist selbst vermutlich am wenigsten, dass er bis an sein Lebensende (51 Jahre später!) in Diensten der Darmstädter Landgrafen bleiben und die kleine Residenz im Südhessischen nicht mehr verlassen sollte. Wohl zu Beginn des Jahres 1709 war es zur Vertragsunterzeichnung mit seinem neuen Dienstherrn gekommen, und Graupner begann seine Tätigkeit in Darmstadt zunächst als Vize-Kapellmeister unter dem noch amtierenden Wolfgang Carl Briegel.

Erst 1711 rückte Graupner an die Spitze der Hofkapelle; fortan war er der Hauptverantwortliche für die Musik am Darmstädter Hof. Er hatte dafür zu sorgen, dass für alle Belange, zu denen Musik benötigt wurde, entsprechende Kompositionen vorhanden und zur Aufführung bereit waren. Neben dem eigentlichen Komponieren hatte Graupner – unterstützt von Mitgliedern der Kapelle – das Aufführungsmaterial, die einzelnen Stimmen, aus der Partitur herauszuschreiben. Und es musste geprobt werden – wenn auch nicht vergleichbar mit modernen Standards, so hatten die Musiker doch zumindest vor dem Sonntags-Gottesdienst die neuen Noten kennenzulernen und durchzuspielen.

Von Hamburg nach Darmstadt

Hamburg, Oper am Gänsemarkt
Hamburger Oper am Gänsemarkt (1677-1757)
Zeichnung von Peter Heineken 1726 (Staatsarchiv Hamburg)

Landgraf Ernst Ludwig war in Hamburg auf den jungen Christoph Graupner aufmerksam geworden; dieser wirkte seit Herbst 1706 als Cembalist im Orchester des damals berühmten Opernhauses am Gänsemarkt. Daneben komponierte Graupner auch für die dortige Bühne eine Reihe von Opern. Nur der kleinere Teil ist allerdings überliefert; von einigen Stücken sind nur mehr die Titel und die Libretti bekannt.

Ernst Ludwig war ein Liebhaber der Oper – und es ging ihm vor allem darum, "zuhause" in Darmstadt Ähnliches zustande zu bringen, was er zuvor auf den Brettern des Gänsemarkttheaters hatte sehen und hören können: moderne Opernaufführungen, mit hervorragenden Sängern und entsprechend prachtvoller Ausstattung des Bühnengeschehens – und natürlich einer Musik, die der Dramatik des Geschehens gerecht wurde und die Affekte von Wut über Leidenschaft bis zur Trauer und Verzweiflung überzeugend in Töne umsetzen konnte. Ernst Ludwig sah in Graupner den Richtigen für seine Ambitionen in Darmstadt.

Doch die Visionen, die der Darmstädter Landesherr angesichts der spektakulären Hamburger Aufführungen für seine eigene Residenz entwickelt haben mochte, stießen in der Realität der kleinen Residenz schon recht bald auf Widerstände. Schwerer als die (von der Familie und nahestehendem politischen Berater vorgebrachten) moralischen Einwände gegenüber den allzu weltlichen Vergnügungen des Theaters dürfte für Ernst Ludwig die zunehmend desaströse finanzielle Lage seiner Landgrafschaft gewogen haben. Nach einer vergleichsweise ambitionierten Anfangsphase wurden die Opernaufführungen immer weniger und 1719 schließlich ganz eingestellt.

Alternative: Zurück nach Leipzig?

Kein Wunder, dass sich Graupner wenige Jahre später nach einem neuen beruflichen Wirkungskreis umsah. Es zog ihn dorthin zurück, von wo er einst gekommen war: nach Leipzig.

1683 im sächsischen Kirchberg geboren, folgte Graupner zunächst seinem ersten musikalischen Lehrer nach Reichenbach im Vogtland, bevor er in die Leipziger Thomasschule eintrat. Im Anschluss an seine schulische Ausbildung nahm er das Jurastudium an der Leipziger Universität auf. 1706 verließ er jedoch aufgrund der instabilen politischen Verhältnisse (Auseinandersetzungen Sachsens mit Schweden) die Stadt in Richtung Hamburg, hatte aber vor, bald zurückzugehen. Daraus wurde freilich zunächst nichts; zunächst kam die Anstellung an der Gänsemarktoper und schließlich das Engagement nach Darmstadt dazwischen. Nun aber, rund 16 Jahre, nachdem er Sachsen verlassen hatte, bot sich die Chance auf dauerhafte Rückkehr: Johann Kuhnau, lange Jahre Organist an der Thomaskirche und seit 1701 Thomaskantor, war im Juni 1722 gestorben. Graupner hatte als Schüler der Thomasschule einst bei ihm Unterricht auf dem Clavier und in Komposition erhalten.

Die Aussicht, Nachfolger des einstigen Lehrers werden zu können, mochte für Graupner ebenso ein Kriterium für seine Bewerbung gewesen sein wie die Tatsache, dass es sich nicht um irgendeine Kantorenstelle, sondern die der berühmten Thomaskirche in Leipzig handelte. Zudem dürfte die zunehmend unattraktive Position am Darmstädter Hof – nach der Aufgabe der Oper blieb Graupner neben kleinerer Kammermusik vor allem die Kantatenkomposition für die Sonntagsgottesdienste – eine wichtige Motivation für den angestrebten Wechsel gespielt haben. Heimlich, unter Vortäuschung eines falschen Ziels, begab sich Graupner nach Leipzig und schrieb dort vor Ort die gewünschten Probekompositionen – zur Zufriedenheit der Prüfungskommission, und einer Verpflichtung als Thomaskantor stand eigentlich nichts mehr im Weg – bis auf das letzte Wort, das bei Ernst Ludwig, dem Darmstädter Dienstherrn, lag. Diesem nun scheint es durchaus nicht gefallen zu haben, seinen renommierten Kapellmeister zu verlieren, war doch ein herausragender Musiker ein kulturelles Prestigeobjekt ersten Ranges, auf das man nicht so ohne weiteres verzichtete – und so kam es, dass Graupner schließlich doch in Darmstadt blieb, nicht ohne dass ihm allerdings sein Bleiben durch eine gehörige Gehaltsaufbesserung "versüßt" wurde und er damit zu einem der am besten bezahlten Kapellmeister seiner Zeit avancierte.

"Der Graupner bleibet" – in Darmstadt

Weitere 30 Jahre versah dieser in der Folge seine Tätigkeit in der Residenz von Hessen-Darmstadt, bevor er um den Jahreswechsel 1753/54 seine letzten Kantate in Angriff nahm, die für den Geburtstag Ludwigs VIII. im April 1754 bestimmt war: Das Augenlicht hatte Graupner unwiederbringlich verlassen, und während der verbleibenden sechs Lebensjahre blieben ihm allenfalls hier und da administrative Aufgaben. Wie aber hat sein (musikalisches) Leben in Darmstadt nach dem nicht vollzogenen Wechsel 1723 ausgesehen? Viel ist es nicht, was an belastbaren Informationen zur Verfügung steht, erhalten ist aber eine außerordentlich hohe Anzahl an Kompositionen. Neben der Kirchenmusik schrieb Graupner Kantaten auch zu weltlichen Anlässen, aber auch überaus zahlreiche Instrumentalmusiken der verschiedensten Gattungen.

Nach allem, was wir wissen, lebte er fortan in Darmstadt ein sehr hermetisches Leben, Reisen bzw. Aufenthalte jenseits der Residenz sind so gut wie nicht bekannt. Die Abgeschiedenheit hieß aber noch lange nicht, dass Graupner nicht sehr wohl über den aktuellen Stand in Sachen Kompositionsgeschichte informiert gewesen wäre. Zahlreiche Abschriften von Werken anderer Kollegen, die keinesfalls direkt mit dem Darmstädter Hof in Verbindung zu bringen sind, die Graupner aber eigenhändig abschrieb und davon sogar Aufführungsmaterial erstellte belegen die aktive Rezeption fremder Werke durch die Darmstädter Musiker.

Autograph Christoph Graupner
Autograph von Christoph Graupner:
Concerto F-Dur für Traversflöte, Viola d'amore,
Chalumeau, Streicher und B.C., GWV 327
(Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt)

Vor allem aber schuf Graupner eine Fülle an Werken für seine Hofkapelle; dabei lassen sich seine Kompositionen durchaus als Gradmesser der Fähigkeiten der einzelnen Musiker lesen: Anspruchsvolle solistische Partien lassen auf entsprechende Leistungsfähigkeit der jeweiligen Kapellmitglieder schließen.

Ob Graupner mit seiner Darmstädter Stelle zufrieden war?

Nach allem, was wir aus seinen (wenigen) persönlichen Äußerungen wissen und nach dem, was sich aus seinen Manuskripten schließen lässt, war er ein überaus fleißiger, korrekter, gewissenhafter, akribischer "Arbeiter", der seine Dienstverpflichtungen mehr als ernst nahm und der deshalb wohl des Öfteren auch mit seinem Dienstherrn haderte. Sowohl Ernst Ludwig als auch dessen Sohn und Nachfolger Ludwig VIII führten ein eher unstetes Leben jenseits der Darmstädter Residenz und präferierten die Reisekutsche bzw. die Jagd. 1739 starb nicht nur Graupners erster Dienstherr Ernst Ludwig, sondern auch sein Vize-Kapellmeister Gottfried Grünewald (*1673), und Graupner war ab diesem Zeitpunkt alleinverantwortlich für die sonntäglichen Kantaten – eine Pflicht, die ihm zu einer veritablen Last wurde, wie er in seiner für Johann Matthesons Ehrenpforte verfassten Selbstbiographie schreibt. Unterstützt wurde Graupner fortan von Johann Samuel Endler (1694-1762), der nach Graupners Tod offiziell das Amt des Hofkapellmeisters übernahm.

Als Bedienste des Hofes waren Musiker seinerzeit – da wurde zwischen Kapellmitgliedern und ihrem musikalischen Leiter kaum ein Unterschied gemacht – Kultur"besitz" des jeweiligen Regenten, der für diesen mitunter mit einer Exklusivität einherging, die jegliche Außenwirkung unterband. So geschehen im Fall von Haydns erstem Dienstherrn, scheint dies auch für die Darmstädter Verhältnisse durchaus im Bereich des Möglichen. Damit ließe sich auch plausibel erklären, warum außerhalb von Darmstadt so gut wie keine weiteren musikalischen Werke Graupners erhalten sind (bzw. für die wenigen externen Überlieferungen sind die Provenienzen nachvollziehbar und schwächen die Exklusivitätstheorie nicht).

Es scheint, als habe sich Graupner 1723 klaglos in sein Schicksal gefügt; immerhin ermöglichte ihm die finanzielle Besserstellung auch die (vermeintliche) Absicherung seiner persönlichen Verhältnisse (die notorische Geldnot am Darmstädter Hof ließ auch ihn – wiewohl gegenüber allen anderen Kapellmitgliedern deutlich bevorzugt – später immer wieder auf sein Gehalt warten); er hatte bereits 1711 Sophie Elisabeth Eckard, die Tochter eines Pastors aus Bischofsheim, geheiratet und war 1723 bereits Vater von vier Kindern; drei weitere folgten zwischen 1725 und 1732. Im Vergleich zu einem möglichen Wirkungskreis als Kantor in Leipzig blieb Graupner als Hofkapellmeister in Darmstadt ein größerer Abwechslungsreichtum in seinem musikalischen Schaffen: Wenngleich auch bei ihm das Kantatenwerk im Zentrum stand, beinhaltete die Tätigkeit am Hof aber in weit größerem Maße auch das Schreiben von Instrumentalmusik, die als höfische Unterhaltung selbstverständlicher Bestandteil der Residenzkultur war.

© Ursula Kramer 2014

Biographie
       
Capricornus Consort Basel
  • Christoph Graupner (1683-1760): „Le Desire“ aus der Ouverture in F-DurGWV 445
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate „Demüthiget euch nun“ → GWV 1144/12
  • Franz Xaver Richter (1709-1789: Sinfonia in B-Dur
  • Christoph Graupner (1683-1760): Affettuoso aus der Triosonate in D-DurGWV 204
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate „Waffne dich mein Geist zu kämpfen“ → GWV 1148/20
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Quartett in G-Dur TWV 43:G5
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonata in g-mollGWV 724
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate „Weg verdammtes Sündenleben“ → GWV 1147/20

Ausführende:

  • Miriam Feuersinger (Sopran), Franz Vitzthum (Countertenor)
  • Capricornus Consort Basel, Leitung: Péter Barczi

Datum: Mittwoch, 4. Dezember 2019, 20.00 Uhr
Ort: Bürgerhaus, Großer Saal, 82049 Pullach i. Isartal (D)
Veranstalter: Bürgerhaus Pullach

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Chorkonzert im Advent
  • Christoph Graupner (1683-1760): Magnificat C-DurGWV 1172/22
  • Gerd Gebel (1709-1753): "Jauchzet ihr Himmel, erfreue dich Erde" (Das Weihachtsoratorium)

Ausführende:

  • Susanne Lauckner (Sopran), Karin Lasa (Alt), Tobias Zepernick (Tenor), Oskar Koziolek (Bass)
  • Der Chor der Gemeinde, begleitet von Orchester und Solisten, Leitung: Anke Diestelhorst

Datum: Sonntag, 9. Dezember 2018, 17:00 Uhr
Ort: Zwinglikirche, Berlin-Friedrichshain (D)
Veranstalter: Ev. Kirchengemeinde Boxhagen-Stralau

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Christoph Graupner: "Herzlich tut mich verlangen"

Über Christoph Graupner liegen uns nicht so viele Informationen vor, dass wir ein klares Bild über seine Arbeitsweise, seine Arbeitsbedingungen und über das persönliche Umfeld hätten. Aus dem Spärlichen lässt sich jedoch mit ein wenig Phantasie eine neue Geschichte erzählen, die uns den Komponisten ein wenig näher bringen kann.

Als Graupner nach Darmstadt kam hat er für den 7. Sonntag nach Trinitatis (14. Juli 1709) seine erste von dann über 1.400 Kantaten schreiben müssen. Das Video nimmt sich diesen Vorganges auf lustige Weise an, macht daraus eine kleine Geschichte. Es entstand die Kantate "Süsser Tod" (→ GWV 1148/09).

Der Choraltext lautet:

Herzlich tut mich verlangen
nach einem sel'gen End,
weil ich hie bin umfangen
mit Trübsal und Elend.
Ich hab' Lust abzuscheiden
von dieser bösen Welt,
sehn’ mich nach ew’gen Freuden:
O Jesu, komm nur bald!

Das Video, Länge 3:46 min., ist unter YouTube abrufbar.

Veröffentlichung: 12. August 2021 
Quelle: News der Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

Nachrichten
       
Cupid and Death
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Sinfonia aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Artige Kinder, seht mich an!“ aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Leon feroce" aus der Oper "Der lächerliche Prinz Jodelet"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sinfonia aus der Oper"Antiochus und Stratonica" → GWV 1002
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Godi pur di pace tranquilla“ aus der Oper"Antiochus und Stratonica" GWV 1002
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Wertes Glück" aus der Oper "Der hochmütige, gestürzte und wieder erhabene Croesus"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Pur vi baccio" aus der Oper"Dido, Königin von Carthago" GWV 1001
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouverture A-Dur: 1. Satz (Allegro)GWV 474
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Solo per te" aus der Oper "Berenice und Lucilla" GWV 1009
  • Christoph Graupner (1683-1760): Arie "Spirti feroci" aus der Oper "Berenice und Lucilla" GWV 1009
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Kommet herzu lasset uns dem Herrn frohlocken": Arie "Gott sei Dank"GWV 1174/28
  • Christoph Graupner (1683-1760): Partita f-moll "Junius" aus den monatlichen Clavierfrüchten → GWV 114
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Angenehmes Wasserbad": Bass-Solo-Arie → GWV 1104/11c
  • Reinhard Keiser (1674-1739): Arie "Hertz und Fuß eilt mit Verlangen“ aus der Oper "Der Carneval von Venedig"
  • Antonio Vivaldi (1678-1741): Sinfonia, 1. Satz aus dem Dramma per musica "L´Olimpiade" RV 725
  • Antonio Vivaldi (1678-1741): Arie "Se prescritta in questo giorno" aus der Oper "Motezuma"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouverture A-Dur: 6. Satz "La Calma" → GWV 474
  • Antonio Vivaldi (1678-1741): Arie "Dov’e la figlia" aus der Oper "Motezuma"

Ausführende:

  • David Pichlmaier (Bass)
  • Concentus 1709: Mechthild Karkow, Anna Kaiser, Megan Chapelas und Kerstin Fahr (Violinen), Ursula Plagge-Zimmermann (Viola), Marie Deller (Violoncello), Matthias Scholz (Violone), Laurent Benoit (Oboe), Susanne Kohnen (Oboe), Flóra Fábri (Cembalo)

Datum: Sonntag, 9. Februar 2020, 20:00 Uhr
Ort: Welfensaal des Bürgerzentrums, Waiblingen (D)
Veranstalter: Bürgerzentrum Waiblingen

 

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Darmstädter Kantaten

Chor - Die Rhein-Main-Vokalisten singen Werke der Hofmusiker Christoph Graupner und Johann Rinck in der Pauluskirche Darmstadt

DARMSTADT. Christoph Graupner, Zeitgenosse von Johann Sebastian Bach, wirkte von 1709 bis zu seinem Tod 1760 als Kapellmeister in Darmstadt. In dieser Zeit komponierte er mehr als 1400 Kirchenkantaten. Mit einer kleinen Auswahl von drei Kantaten machten die Rhein-Main-Vokalisten und die jungen Sinfoniker Hessen unter der umsichtigen Leitung von Jürgen Blume in der Darmstädter Pauluskirche deutlich, dass Graupner, der Bach fast das Thomaskantorat weggeschnappt hätte, ein ernstzunehmender Konkurrent war.

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Quelle: Darmstädter Echo, 18. November 2008

Pressespiegel
       
Darmstadts Salut an einen Komponisten

Ein dichtgedrängtes Konzertprogramm beim ersten der beiden "Graupner-Musiktage"

Nicht erst seit heute weiß man in Darmstadt lokale Ereignisse würdig zu begehen. "Flocke Darmstadt! Sei erfreut, der Himmel lacht dich an", beginnt der Text einer Kantate, die Christoph Graupner zum Geburtstag seines Dienstherrn, dem Landgrafen Ernst Ludwig, im Jahre 1723 vertonte. Zum vermutlich zweiten Mal seit seiner Entstehung erklang das Werk nun im Hessischen Landesmuseum bei der Eröffnung jener Feierlichkeiten, mit denen die Stadt Darmstadt den 300. Geburtstag des Komponisten Christoph Graupner beging. Die "Graupner-Musiktage" werfen einen Blick zurück in die Darmstädter Kulturgeschichte, der not tut, denn Werk und Persönlichkeiten Graupners, der von 1709 bis zu seinem Lebensende im Jahre 1760 in Darmstadt wirkte, sind nach wie vor weitgehend unbekannt - eifrigen Besuchern der "Graupner Musiktage" nun vielleicht ein wenig vertrauter.

Wenn auch Oswald Bill in seinem in die Tage einführenden Worten davor warnte, die Figur Graupners zu idealisieren oder zu heroisieren, so war doch kräftige lokalpatriotische Begeisterung ob des Jubiläums in den Grußworten spürbar. Oberbürgermeister Günther Metzger rückte, zwischen fast wehmütige Reminiszenz an landgräfliche Zeiten und stadtväterlichem Selbstbewusstsein, die Kontinuität der Kunstförderung in Darmstadt in den Mittelpunkt ...

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Quelle: Darmstädter Echo, 19. Juni 1983

Pressespiegel
       
Das Chalumeau: eine „heulende Symphonie“ oder ein „unendlich angenehmes“ Instrument?
  • Melchiore Pichler (1695–1776): Parthie á 4 Chalumeaux (1716)
  • Kaiser Joseph I. (1678–1711): Aria „Tutto in pianto“, komponiert für die Oper Chilondia von Marc ́Antonio Ziani (1709) für Sopran (Chilonida), Discant-Chalumeau, Basson du Chalumeau, Kontrabass (obligat),Streicher und B.C.
  • Gregor Joseph Werner (1693–1766): Konzert für Orgel, 2 Chalumeaux, 2 Violinen, Bass (Eisenstadt, 1753)
  • Georg Philipp Telemann (1681–1767): Konzert d-moll für 2 Chalumeaux, Streicher und B.C.
  • Johann Joseph Fux (1660–1741): Rezitativ und Aria aus der Oper "Julo Ascanio, Re d’Alba" (1708) für Sopran (Carmenta), 2 Discant-Chalumeaux, Basson du Chalumeau, Streicher und B.C.
  • Christoph Graupner (1683-1760): Trio für Viola d‘amore, Bass-Chalumeau und B.C. GWV 210
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouvertüre für 3 Chalumeaux, 2 Violinen, Viola und Cembalo F-DurGWV 449

Ausführende:

  • Michaela Riener (Sopran), Eric Hoeprich (Chalumeaux), Christian Leitherer (Chalumeaux), Ernst Schlader (Chalumeaux), Markus Springer (Chalumeaux)
  • Telemannisches Collegium Musicum

Datum: Samstag, 22. Oktober 2022, 19:30 Uhr
Ort: Kloster Michaelstein, Blankenburg (D)
Veranstalter: Michaelsteiner Klosterkonzerte

 

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Editionen der Christoph-Graupner-Gesellschaft

CYDONIA BAROCCA GRAUPNER EDITION

Herausgegeben von Ursula Kramer und Florian Heyerick. 
Eine Zusammenarbeit der Christoph-Graupner-Gesellschaft und CYDONIA EDITIONS

Vorwort zur bisherigen Kantatenedition

Christoph Graupner ist der bedeutendste Musiker der älteren Residenzgeschichte der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Geboren 1683 im sächsischen Kirchberg, kam er 1709 nach Darmstadt, wo er zunächst das Amt des Vizekapellmeisters bekleidete, bevor er 1711 als Nachfolger von Wolfgang Carl Briegel an die Spitze der Hofkapelle aufrückte. Der von Graupner angestrebte Wechsel nach Leipzig als Nachfolger seines einstigen Lehrers Johann Kuhnau als Thomaskantor wurde 1723 von seinem Darmstädter Dienstherrn, Landgraf Ernst Ludwig, verhindert, der seinen besten Musiker nicht verlieren wollte. Graupner kam so schließlich auf 45 aktive Dienstjahre in der Hofkapelle von Hessen- Darmstadt; er erblindete 1754, behielt den Posten des Hofkapellmeisters aber nominell bis zu seinem Tod 1760.

Bereits im Anstellungsvertrag von 1709 war Graupners Zuständigkeit für die gesamte Musik am Hof, sowohl „in als außer der Kirchen“ geregelt: komponieren, dirigieren und „accompagniren“ auf dem Cembalo. Während Kirchenkantaten für den gesamten Zeitraum von Graupners Engagement existieren (insgesamt sind über 1450 Werke erhalten), scheint die Überlieferung von weltlicher Instrumentalmusik erst Ende der 1720er Jahre einzusetzen – „scheint“, weil diese Kompositionen undatiert und Rückschlüsse nur indirekt möglich sind: über Schrift- oder Papiervergleich mit den datierten Kantaten sowie durch erhaltene Dokumente etwa zum Verbrauch von Schreibmaterial.

Bei den Kantaten hingegen ist die Entstehungzeit durch die Nennung von Jahreszahl und Anlass im Kirchenjahr durch die jeweilige Titelzeile von Graupners Hand eindeutig fixiert. Hinzu kommt, dass die Kantatentexte ab 1711/12 fortlaufend bis 1742/43 für jedes neue Kirchenjahr gedruckt wurden; allerdings sind heute längst nicht mehr alle Jahrgänge nachweisbar1. Für die Kantaten- kompositionen der Jahre ab 1743/44 wurde erneut auf Texte aus den älteren Jahrgängen zurückgegriffen. 


Die früheste erhaltene Kantate stammt von Juli 1709, die letzte von 1754, bestimmt zum Geburtstag von Landgraf Ludwig VIII. Graupners wichtigste Textdichter waren Georg Christian Lehms (1684-1717), der jedoch bereits nach kurzer Zeit im Amt als Hofpoet verstarb, und – nach einem einjährigen Interim durch Heinrich Walther Gerdes (1690-1742) – Johann Conrad Lichtenberg (1689-1751), der ab 1718 über einen Zeitraum von 25 Jahren die Texte für die Kirchenmusik in Darmstadt verfasste. Lichtenberg, seit 1717 mit Graupner als sein Schwager auch familiär verbunden, wirkte als Pfarrer, zunächst im Odenwald, ab 1729 in Ober-Ramstadt, bevor er 1745 zum Stadtprediger in Darmstadt ernannt wurde.


1 Siehe die Übersicht mit Nachweisen der erhaltenen Textdrucke bei Oswald Bill (Hg.), Christoph Graupner. Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis GWV Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten 1. Advent bis 5. Sonntag nach Epiphanias. Stuttgart 2011, S. XI-XX.

Bisherige Editionen

GWV 1123/46

Kantate "Siehe, des Herrn Auge sieht"

Die Kantate wurde von Graupner für den Sonntag Laetare der Passionszeit 1746 (20. März) geschrieben;
die Partitur datiert vom März 1746.

Den Text entnahm er dem Kantatenjahrgang 1736/37  Zufällige Andachten, Welche über besondere in denen ordentlichen Sonn= und Fest=Tags=Evangelien vorkommende bedenckliche Worte und Ausdrücke, Als Texte zur Kirchen-Musik, In der Hoch=Fürstlichen Schloß=Capelle zu DARMSTADT, auf das 1737.te Jahr angestellt und aufgesetzt worden von Johann Conrad Lichtenberg.

  • Klavierauszug: CB-GE-112346-03, ISMN 979-0-3655-4009-9
  • Partitur: CB-GE-112346-01, ISMN 979-0-3655-4007-5
  • Stimmen: ???????????? Fagott, Violine, Basso continuo, ....
  • Beispiel-PDF: Violino I

 

GWV 1122/53

Kantate "Ach Gott, wie lange soll der Widerwärtige"

Die Kantate wurde von Graupner für den Sonntag Oculi der Passionszeit 1753 (25. März) geschrieben;
die Partitur datiert vom März 1753.

Den Text entnahm Graupner dem Kantatenjahrgang Andächtige Psalter=Lust oder TEXTE zur Kirchen=MUSIC welche über auserlesene und mit denen Sonn= und Fest=Tags Evangeliis harmonirende Sprüche aus denen Psalmen Davids poetisch aufgesetzt worden; und in Hoch=Fürstl. Schloß=Capelle zu DARMSTADT das 1731.te Jahr hindurch musiciret werden sollen, Darmstadt 1730 von Johann Conrad Lichtenberg.

Eine erste Edition dieser Kantate hatte Friedrich Noack im Rahmen der Denkmäler Deutscher Tonkunst Bd. 51/52 herausgegeben: Christoph Graupner, Ausgewählte Kantaten, Leipzig 1926.

  • Klavierauszug: CB-GE-112253-03, ISMN 979-0-3655-4012-9
  • Partitur: CB-GE-112253-01, ISMN 979-0-3655-4010-5
  • Stimmen: ???????????? Fagott, Violine, Basso continuo, ....
  • Beispiel-PDF: Fagotto I - II

Vertrieb

 

Der Vertrieb für aller Editions-Ausgaben erfolgt über ausschließlich die Golden River Music.

 

Impressum

→ Online-Beiträge
       
English

Christoph Graupner (1683-1760)

Biography

Who was Christoph Graupner?

That one can even write about Christoph Graupner (1683–1760) marks a peculiar failure of his project to erase himself from history. Had he been successful, his entire corpus of works — some 1,400 cantatas, over 100 sinfonias, and more — would have been entirely destroyed. In an anonymous biographical notice published in 1781, some twenty years after his death, the author writes that Graupner

had his eccentricities, like all great men; he would not permit a painting of himself to be made, and when they tried to do it without his knowledge after he went blind, he became very angry when he found out; he also demanded that before his death, all his musical works should be burnt, a command which, to the benefit of the musical world, remains unheeded. He would also have forbidden the present biography, if he had known of it, but we believe that we need not give in to the excessive modesty of a man who works for a living.

But not only was his music preserved from destruction in the eighteenth century, it has managed to remain almost entirely in one place until the present day. But this has had negative consequences too, for the very same course of events that kept Graupner’s music together also prevented its circulation and study for the first century and a half following his death.

Graupner was born on January 13 (the date not being documented), 1683 in the small Saxon town of Kirchberg, roughly 13 km south of Zwickau. Though not born to a musical family, he was fortunate to receive instruction from the local cantor Mylius and organist Nikolaus Küster. In 1694 he departed for Reichenbach to follow Küster, and remained there until he was admitted as a pupil at the Thomasschule in Leipzig, where he studied from 1696 until 1704. He remained in Leipzig for two more years, studying law at the university. During his Leipzig tenure, he received instruction from both Johann Schelle and Johann Kuhnau. He also made the acquaintance of fellow student Johann David Heinichen (1683–1729), who would become Kapellmeister at Dresden and author the important treatise Der General-Bass in der Composition.

He must also have gotten to know Georg Philipp Telemann (1681–1767), then director of the Collegium Musicum, and only two years his senior. In 1706, war between Sweden and Saxony forced Graupner to emigrate to Hamburg. Such was Graupner’s luck, or rather, he says, divine providence, that the day before his arrival in Hamburg, Johann Christian Schiefferdecker vacated his position as accompanist at the opera to depart for Lübeck, where he succeeded Buxtehude as organist. Though Graupner remained only three years at the Theater am Gänsemarkt, he composed some operas, collaborating with Reinhard Keiser on some more. It was here that Ernst Ludwig, Landgrave of Hesse-Darmstadt, invited him to take up a position at the court of Darmstadt after hearing him play in his capacity as harpsichordist at the opera. He became Vice-Kapellmeister in 1709, and succeeded Kapellmeister Wolfgang Carl Briegel in 1711, even before his death in 1712. This is a point worthy of emphasis: Ernst Ludwig hired an opera composer primarily to write church music.

In these early years, Graupner had a well-funded ensemble at his disposal, and was able to devote significant time to opera composition, alongside his work on cantatas and instrumental music. However, in 1719, this ideal situation began to deteriorate. Financial pressures forced reductions in the size of the ensemble, and obliged those remaining to secure secondary employment; these changes also led Graupner to cease operatic composition. Matters came to a head in 1722, leading to the best-known event in his career. After the death of Johann Kuhnau (1660–1722), the post of Thomaskantor in Leipzig became vacant. Though Bach would go on to take the position, he had not been the town council’s first choice. Telemann was the initial selection, but he withdrew from consideration after receiving a salary increase in Hamburg. This cleared the way for Graupner, the council’s second choice. But he was unable to secure release from his employment at Darmstadt, and was offered an increase in salary and benefits — combined with a guarantee that his salary would receive priority payment — leading him to withdraw from consideration. That he would be ranked by his contemporaries among the top composers in Germany at the time speaks to his considerable talent and reputation.

So far as is known, he did not attempt to leave Darmstadt again. Graupner gives few details about his final decades in a letter to Johann Mattheson — written in May of 1740 for his Grundlage einer Ehrenpforte — except to say that he is extraordinarily busy. He says:

I am so overburdened by my employment, that I can hardly do anything else but must always ensure that my compositions are finished in time for a given Sunday or feast day, though other matters keep intervening.

In the early 1750s, Graupner, by then in his late sixties, went blind — cantata composition ceased entirely after 1754 — and he died six years later.

After Graupner’s death, the position of Darmstadt court Kapellmeister fell to Johann Samuel Endler. Unlike the instrumental music, the cantatas were seen as valuable for reuse in the court chapel, a purpose for which Endler evidently continued to use them. It appears that the manuscripts themselves were in the possession of Graupner’s children, and that Endler had to borrow the materials from them. However, sensing the value of this music, the heirs, who did not have any use themselves for this considerable quantity of music, sought to sell it to the Landgrave Ludwig VIII, the son of the man who initially hired Graupner. When this suggestion was put to the Landgrave, however, his response was less than positive: why should he, who had already paid Graupner a salary for the last fifty years, need to pay more for the music that he wrote during his tenure? Indeed the Landgrave seemed almost baffled that the heirs would even think to ask for compensation — his personal involvement ended here, and aides handled all further correspondence.

In 1766, the heirs wrote again to the court, and this time enclosed a series of supporting materials, including a letter of support by the Gotha Kapellmeister Georg Anton Benda (1722–95). After laying out criteria to determine whether or not the works belong to the court or to the composer’s heirs — including whether ownership was contractually specified—Benda ultimately sided with the latter. One might argue that this document is part of the gradual development of the concept of intellectual property: the works are not mere occasional accompaniments, whose value dissipates after their initial performance, but rather they are the products of a creative mind, and they naturally belong to their creator, unless otherwise reassigned. This latest missive was evidently enough to convince the Landgrave’s advisors to offer 400 florins to the heirs, but this was dismissed by the Landgrave as being far too high. When Ludwig VIII died in 1768, the matter remained unresolved, and when his son, Ludwig IX, took the throne, the court musical establishment was changed so extensively that there was no longer any need of cantatas. As the descendants themselves gradually passed away, the music was slowly consolidated into the possession of Graupner’s niece Maria Luise Köhler (née Wachter).

By the second decade of the nineteenth century, the value of the music had clearly changed in the eyes of its possessors, and, for that matter, in the eyes of its potential purchaser, Grand Duke Ludwig I (formerly known as Landgrave Ludwig X). Rather than being marketed for their utility value — their potential use in the court chapel — the heirs saw them as a cultural treasure for the territory, and appealed to the art- and music-loving duke on these terms. In a letter from March 1819, they refer to Graupner as a “famous composer” whose music is “particularly suitable for the collection of his royal highness.” (As had the first generation of heirs, this generation also tugged at the duke’s heartstrings, describing in detail their financial straits.) At last, this argument seems to have resonated: the duke purchased the music from Graupner’s heirs for the equivalent of 275 florins — almost half the amount contemplated some fifty years earlier.

The music was entered into the court library’s nineteenth-century catalogues, but so far as is known, the music was unused, and simply sat in storage, unperformed and unstudied. The fire-bombing of Darmstadt on September 11, 1944 was enormously destructive: virtually the entire city, including the Residenzschloss, the site of the court library, was destroyed. Yet the music survived, having been evacuated to a safe storage location, outside the city, the previous year. When it returned to the city, after the war, it was now the instrumental music that was thought to be more valuable than the cantatas—the latter were simply tied into bundles, grouped together by annual cycle. Not until the 1970s, over two hundred years since Graupner’s death, were they properly repackaged, and this is how they remain today. In a real boon for scholars, the Technische Universität Darmstadt is digitizing its musical holdings. How far we have come from the locked cabinet of the 1760s.

Today, there is something of a Graupner renaissance underway. Several recent recordings have featured his music. Likewise, in the last ten years or so, several dozen of his instrumental and vocal compositions have been published for the first time. There has been a commensurate increase in scholarly focus as well, led by, among others, Oswald Bill, Ursula Kramer, Christoph Großpietsch, and Beate Sorg. Admittedly, we are unlikely to see the complete publication or recording of his enormous oeuvre, but any work to bring to light the life and music of this fascinating and important figure in eighteenth-century music history is to be commended.

© Evan Cortens/Beate Sorg 2017

Services (in German)

 

Christoph-Graupner-Gesellschaft e.V.

The Christoph-Graupner-Gesellschaft is a registered non-profit association, founded in 2003 by an union of Darmstadt cultural politicians and experts.

The primary objective of the association is the promotion and dissemination of the compositional work of Christoph Graupner, the longtime Kapellmeister at the court of Hesse Darmstadt.

This is achieved by the organization and promotion of concerts, together with the scientific processing and dissemination through lectures, conferences and publications.

  • Chairman of the Board: Prof. Dr. Ursula Kramer
  • Deputy Chairman of the Board: Dr. Michael Hüttenberger, Wolfgang Seeliger
  • Treasurer: Richard Weber-Laux
  • Assessors: Ulrich Neuhaus, Michael Ullrich, Frank Dörschel

Read the articles of association (in German only).

Membership

The Christoph-Graupner-Gesellschaft (CGG) looks forward to welcoming new members who are interested in the music of the Darmstadt Court Chapel and would like to actively promote our work by supporting the planning and implementation of our projects or by passive membership.

The CGG is recognized as a non-profit organization. Accordingly, membership fees and donations can be taxed. Since 2013 there are the following levels of membership:

  • Single membership: 40 €
  • Reduced (children, students, students): 30 €
  • Institutional and family membership: 60 €
  • Sponsorship from 100 €

Please use the following form to apply for membership (PDF). The PDF can be printed out and posted to the following address:

Geschäftsstelle der Christoph-Graupner-Gesellschaft e.V.
Universitäts- und Landesbibliothek
Historische Sammlungen/Musikabteilung
Magdalenenstr. 8
64289 Darmstadt
Germany

Or send it as signed scan (PDF or JPG) to: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Services (in German)

 

Research

Bibliography

To be done

Sources

Almost all of the autographs Graupner's works, which are still extant and recognised, can be found in the collection of the University and State Library in Darmstadt, from the collection of the Hofkapellbibliothek of the first Grand Duke established about 50 years following Graupner's death. Within the scope of a large digitization project, not only all Graupner manuscripts of the ULB Darmstadt have been digitized, but also various compositions by other composers of the 18th century; they are available in the digital collections of the ULB. However, individual works are located outside of Darmstadt; the libraries of Frankfurt, Karlsruhe, Berlin and Paris belong to the owners of these additional compositions. Their locations can be easily identified using the RISM online catalog.

Editions

The history of this corpus of Graupner's works begins in his lifetime. In the years 1718 and 1722, Graupner published collections of keyboard music in self-publishing (partitas on the Clavier, Monatliche Clavier-Früchte). From a third collection, also published in this way (Partitas Vier Jahreszeiten), only a partita (Vom Winter) in Darmstadt is preserved. While the Darmstadt-based singer and theater librarian Ernst Pasqué caused a renaissance of interest in the now forgotten Darmstädter Hofkapellmeister in the mid-nineteenth century he did not leave any practical notes, the early 20th century brought renewed interest and scholarship.

Within the framework of the German monographs, which were first published in 1892, to further the course of newly established musicological research, selected works by composers of the German schools were published. In 1907 the first work by Christoph Graupner appeared: in volume 29/30 of the series - There was also a concerto for 2 trumpets, 2 oboes, 2 violins, viola and harpsichord. In 1926 the Darmstadt-based Graupner researcher Friedrich Noack published a double volume with a total of 17 cantatas of Graupner (Selected Cantatas). Since these ground-breaking editions were re-published between 1957 and 1960, it is possible to gain a clear overview of the compositions. These volumes published more than 70 years ago are now. It seemed that this preliminary work was having some impact through the monumental DDT series. At last the work of the Darmstadt Hofkapellmeister had been noticed, and musical scholars and performers began to be interested in Graupner's oeuvre in all its breadth. After Noack's cantata collection, the focus then switched completely to the instrumental work, which was obviously also to be brought closer to the wider musical world. Thus the first single editions appeared in close succession, and piece by piece all the major publishers included works by Graupner in their catalogues; a continuous cultivation of the Graupner's oeuvre is, however, only to be found for the Schott publishing house in Mainz (the first edition published there from 1939, the most recent of 2008). In detail, these are (links lead directly to editions of Christoph Graupner):

GWV Print version

Already by the 1990s, plans and preparatory work for the compilation of a list of all works by Christoph Graupner was made. Funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), the work on the first part, the list of all instrumental works, was carried out in the department of music of the Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (ULB) in the years 1999-2001, and finally brought to a final conclusion with the 2005 publication in Carus Verlag (in German):

  • Christoph Graupner. Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis. 
GWV – Instrumentalwerke
    Oswald Bill and Christoph Großpietsch (Editors). Stuttgart: Carus 2005. 400 pages. ISBN 978-3-89948-066-5.
    This list assigns instrumental compositions by genre (clavier music, chamber music, concerts, overtures and symphonies), and assigns a new hundredth series to each individual genre, starting with GWV number 100 for the clavier music (except the symphonies with 113 works with hundred numbers and thus claim the 500 and 600 series for themselves). The GWV numbers therefore represent a purely systematic criterion for regulation and are assigned within the individual genres ascending by key.
  • Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis. 
GWV – Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten 1. Advent bis 5. Sonntag nach Epiphanias
    Oswald Bill (Editor). Stuttgart: Carus 2011. 788 pages. ISBN 978-3-89948-159-4.
    Oswald Bill, formerly Head of the Department of Music at the Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, has attempted to tackle the cantata list. The first volume is organized according to the church de-tempore and includes the cantatas for the Christmas festivities from the first advent to the 5th Sunday after Epiphanias. Graupner's work is now visible, neither research nor practice are still dependent on the hitherto rather random publications. In the almost 800-page volume about 700 pages fill the extensive incipits of all cantata records. They are presented in the form of a score-like arrangement and opened up by numerous registers, among which the choral melodies and a bibliographical register may be especially useful for church music work. [A new sound announces itself, which would like to be put into practice.]
  • Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis. 
GWV – Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten Septuagesimä bis Ostern
    Oswald Bill (Editor). Stuttgart: Carus 2015. 846 pages. ISBN 978-3-89948-240-9.
    In addition to detailed incipits, the directory contains all the relevant information on the respective works, [such as occupation, overdelivery,] dating and textual sources. An indispensable reference book for the music of Bach's contemporaries!
  • Two other editions on the rest of cantatas as well as on Secular vocal works and operas are in preparation.

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Information according to §5 TMG (Germany):

Headoffice:

Universitäts- und Landesbibliothek
Historische Sammlungen und Musik
Magdalenenstr. 8 | 64289 Darmstadt | Germany
Phone: +49 6151 16-76261
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Represented by: Prof. Dr. Ursula Kramer

English
       
Folgenreiche Musikliebe des Landgrafen

Das erste Barockfest beginnt online

DARMSTADT.

Das schon vor Ausbruch der Pandemie geplante Programm des Barockfests Darmstadt hätte von barocker Üppigkeit sein sollen: 40 Konzerte an verschiedenen zur Epoche passenden Spielorten mit Stars wie Reinhard Goebel, Andreas Staier oder Isabelle Faust sowie den gebündelten Kräften der lokalen und regionalen Barockszene sollte gleich zur Erstauflage vom 8. Mai bis 26. Juni die reiche musikalische Tradition der vormaligen Landgrafschaft zeigen. Gernot Wojnarowicz, der als Orchesterdirektor und Konzertdramaturg am Staatstheater Darmstadt das neue Barockfest initiiert und federführend organisiert hat, nimmt es gefasst: 2023 soll das Programm nachgeholt werden. Und vorab gibt es jetzt per Stream und später im Juni - sofern möglich - vielleicht auch für anwesende Zuhörer schon musikalische Kostproben.

„Wir hoffen, dass wir das Festival verstetigen können, sagt Wojnarowicz zuversichtlich. Beteiligt sind so neben dem Staatstheater Darmstadt mit seinem Orchester der Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main, der seine weitere Unterstützung zugesagt hat, die Dotterstiftung, mehrere Kantoren und Kirchenmusiker sowie die Christoph-Graupner-Gesellschaft. Um den hochproduktiven Darmstädter Komponisten Christoph Graupner geht es gleich zum Auftakt in den Onlinekonzerten mit dem Ensemble Ex Tempore und dem renommierten Fagottisten Sergio Azzolini am morgigen Samstag von 20:00 Uhr und am Sonntag von 12:00 Uhr an.

Graupner, den der musikbegeisterte Landgraf Ernst Ludwig 1709 von der angesehenen Hamburger Oper am Gänsemarkt abgeworben hatte, habe herausragende Sänger und Musiker mit an den Darmstädter Hof gezogen, erläutert Ursula Kramer, die als Professorin für Musikwissenschaft in Mainz lehrende Vorsitzende Christoph-Graupner-Gesellschaft....

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Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06. Mai 2021

Pressespiegel
       
Galant und gelehrt

Cembalokonzert - Geneviève Soly spielt kaum bekannte Werke von Graupner

DARMSTADT. Eine Cembalistin aus Kanada musste nach Darmstadt kommen, um auf kaum bekannte Kompositionen Christoph Graupners aufmerksam zu machen, der von 1709 bis zu seinem Tod 1760 am landgräflichen Hof in Darmstadt wirkte.

Zur Einleitung des gut besuchten Konzerts in der Stiftskirche wies Oswald Bill, langjähriger Leiter der Musikabteilung der Landes- und Hochschulbibliothek, darauf hin, dass Graupner aus seinem umfangreichen Schaffen allein die Klavierwerke einer Drucklegung für wert befunden habe. Aus der Partitensammlung von 1718 und aus den vielen der in Darmstadt aufbewahrten Manuskripte trug Geneviève Soly eine Auswahl vor.

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Quelle: Darmstädter Echo, 15. November 2002

Pressespiegel
       
Graupner 2010

GRAUPNER 2010

Ein Wochenende zu Ehren des Darmstädter Hofkapellmeisters

14. Mai 2010, 14:00 Uhr, Historisches Staatsarchiv, Karolinensaal

Symposium I: Darmstadt und die hessische Residenz in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Vorträge von:

  • Peter Engels (Darmstadt): Zur Geschichte der Darmstädter Residenz im 17. und 18. Jahrhundert
  • Rainer Maaß (Darmstadt): Hälfte des Lebens: Die Reisen Landgraf Ernst Ludwigs von Hessen-Darmstadt (1667-1739) zwischen 1709 und 1711
  • Rouven Pons (Wiesbaden): Vom Scheitern der Kühnheit zum Sieg der Moderne - Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt und die Bildende Kunst
  • Michael Maul (Leipzig): "daß die Poesie die beste und schlimmste Wißenschaft sey" - Neues zu Georg Christian Lehms´frühem Wirken als Opern- und Kantatentextdichter

14. Mai 2010, 20:00 Uhr, Orangerie Darmstadt

Konzert Händel & Graupner vis à vis

  • Christoph Graupner (1683-1760): Partita a-moll → GWV 150
    Allemande - Courante - Sarabande - Rigaudon en Rondeau - Menuett I-II - Gigue
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759): Aria mit 5 Variationen - Sarabande aus der Suite B-Dur HWV 434
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sarabande mit 4 Variationen aus der Partita VIII F-DurGWV 108: Partien auf das Clavier, Darmstadt 1718
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759): Praeludium und Sonata aus der Suite B-Dur HWV 434
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759): Sonata G-Dur HWV 579
  • Christoph Graupner (1683-1760): Marche en Rondeau aus der Partita G-Dur → GWV 145
  • Christoph Graupner (1683-1760): Chaconne A-Dur aus der Partita A-Dur → GWV 149
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759): Chaconne G-Dur HWV 435a
  • Christoph Graupner (1683-1760): Allemande - Gigua (Fuga) - Allemande aus der Partita c-mollGWV 131,
    Gigue aus der Partita II c-mollGWV 102: Partien auf das Clavier, Darmstadt 1718
  • Georg Friedrich Händel (1685-1759): Allemande - Fuga (Allegro) - Allemande aus der Partita B-Dur HWV 440, Fuga aus der Suite F-Dur HWV 427

Ausführende:

  • Gesprächskonzert mit Geneviève Soly (Montréal), Cembalo

15. Mai 2010, 9:30 Uhr, Historisches Staatsarchiv, Karolinensaal

Symposium II: Graupner und die mittel- und norddeutsche Oper 1700-1720

Vorträge von:

  • Ursula Kramer (Mainz): Die Musik am Darmstädter Hof - eine topografische Spurensuche
  • Oswald Bill (Darmstadt): Graupner - Musik im Alltag
  • Hansjörg Drauschke (Halle-Wittenberg): "Ein etwas unbekannter modus excitandi affectus". Antiochus und Stratonica von Christoph Graupner und Barthold Feind
  • Rashid-Sascha Pegah (Würzburg): Zu den theatralischen Auuführungen am Darmstädter Hof 1709-1719. Altbekannte und neu erschlossene Quellen
  • Guido Erdmann (Wien): "... ein Stück aus einer Opera ..." - Inszenierung und Dramatisierung in Graupners Sakralwerken
  • Sigrid T'Hooft (Gent): "Wenn Ton und Bild verschmelzen." Wege zu einer historischen Aufführungspraxis der barocken Bühnensprache

15. Mai 2010, 16:00

Ausstellungseröffnung Christoph Graupner: 50 Jahre Hofkapellmeister in Darmstadt


15. Mai 2010, 20:00 Uhr. Orangerie Darmstadt

Konzert Graupner und die Oper. Szenen und Arien aus "Dido" und "Antiochus und Stratonica"

  • Teil 1: Dido, Königin von CarthagoGWV 1001 
    In einem Singe-Spiel, Auf dem Hamburgischen Theatro vorgestellte. Gedruckt im Jahr 1707.
    Oper in drei Akten, Libretto von Hinrich Hirsch
  • Teil 2: L´Amore ammalato. Die kranckende Liebe oder Antiochus und StratonicaGWV 1002
    Musicalisches Schau-Spiel, Auf dem großen Hamburgischen Theatro vorgestellet. Im Jahr 1708.
    Oper in drei Akten, Libretto von Barthold Feind (1678-1721)

Ausführende:

  • Elisabeth Scholl (Sopran), Reinoud van Mechelen (Tenor), Stefan Geyer (Bass), Marnie Zschöckner (Sopran)
  • Ensemble Ex Tempore auf historischen Instrumenten, Gent
  • Leitung und Cembalo: Florian Heyerick

Historische Gestik: Sigrid T'Hooft


16. Mai 2010, 9:30 Uhr, Historisches Staatsarchiv, Karolinensaal

Symposium III: Graupner und die Sinfonie in Mitteldeutschland 1740-1760

Vorträge von:

  • Peter Cahn (Frankfurt a.M.): Graupner redivius? Überlegungen am Beispiel der Sinfonien Graupners
  • Christoph Hust (Mainz): Langsame Sätze in Graupners Sinfonien
  • Brian Clark (Dundee): J.F. Fasch and the sinfonia in Zerbst
  • Tobias Bonz (Mulhouse): Eine Überraschung: Die Darmstädter Sinfonien von Johann Gottlieb Janitsch (1709-1762)
  • Christoph Großpietsch (Salzburg): Von der Ouverture zur Sinfonie: Graupner und das Paradoieverfahren

16. Mai 2010, 20:00 Uhr, Orangerie Darmstadt

Konzert Graupner und die Sinfonie. Werke aus dem Repertoire der Darmstädter Hofkapelle

  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouvertüren-Suite F-Dur für Streicher und B.C. GWV 445
    (ohne Bezeichnung), Le Contentement, Air en Polonese, Bourée, "Le Desire": Largo - Air - Hornpipe - Menuet
  • Johann Stamitz (1717-1757): Sinfonia A-Dur für Streicher und B.C. GZ/MS 32
    Allegro assai - Andante - Presto
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Concerto e-moll für Blockflöte, Traversflöte, Streicher und B.C. TWV 52:e1
    Largo - Allegro - Largo - Presto
  • Johann Friedrich Fasch (1688-1758): Concerto F-Dur für Blockflöte, Streicher und B.C. FWV deest
    Allegro - Largo - Allegro (erst 2009 wieder gefunden)
  • Johann Gottlieb Graun (1701-1771): Sinfonie B-Dur für Streicher und B.C. Meinnicke 83, Henzel A:XII:27
    Allegro assai con spirito - Arioso Andantino - Allegro
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sinfonie F-Dur für 2 Flöten, 2 Hörner, Streicher und B.C. → GWV 572
    Allegro - Un poco Allegro - Tempo di Sarabande - Menuet - Allegro

Ausführende:

  • Michael Schneider (Blockflöte), Karl Kaiser (Traversflöte)
  • La Stagione Frankfurt, Leitung: Michael Schneider

 

Graupner 2010
   
Graupners Opernschaffen

Graupners Opernschaffen

Christoph Graupners Opern gehören zu den frühesten Werken, die wir aus seiner Feder kennen. Längst nicht alle Werke sind erhalten, bei manchen Titeln aus Graupners Zeit an der Gänsemarktoper in Hamburg wird seine Mitwirkung als Komponist vermutet, ist aber nicht eindeutig geklärt. Zudem finden sich in der älteren Literatur Angaben, die heute zumindest fraglich erscheinen.

Die nachfolgende tabellarische Aufstellung gibt den derzeitig bekannten, gesicherten Stand der Forschung wieder.

GWV

Titel

Gattungsbezeichnung lt. Libretto

Uraufführung

Libretto

Anmerkungen

1001

Dido, Königin von Carthago

Singe=Spiel
deutsch/italienisch
3 Akte

1707 in Hamburg, Oper am Gänsemarkt

Hinrich Hinsch

Partiturautograph in D-B
moderne Notenausgabe vorhanden

1002

L’Amore Ammalato. Die kranckende Liebe oder:
Antiochus und Stratonica

Musicalisches Schau=Spiel
deutsch/italienisch
3 Akte

1707 in Hamburg [3]
1708

Barthold Feind

Partiturautograph in D-B
moderne Notenausgabe vorhanden

1003

Der angenehme Betrug oder Der Carneval von Venedig   1708    

1004

Il Fido Amico oder der getreue Freund Hercules und Theseus

Singe=Spiel
deutsch/italienisch
3 Akte

1708 in Hamburg

Breymann

Musik verloren

1005

Bellerophon oder
Das in die Preußische Krone verwandelte Wagen-Gestirn

Operetta
deutsch/italienisch
3 Akte, Epilog

29. November 1708 in Hamburg zur Hochzeit Friedrichs I. von Preußen[3]

Barthold Feind nach Corneille, Bellerophon
Paris 1679

Musik insgesamt verloren, 1 Arie (Es ahnet mir geliebte Seele) in Sammelband mit Arien von R. Keiser in D-B

1006

Die lustige Hochzeit/ und Dabey angestellte Bauren-Masquerade

 

1708

   

1007

Der Fall des großen Richters in Israel Simson
oder Die abgekühlte Liebes-Rache der Debora

Musicalisches Trauer=Spiel
deutsch/italienisch
5 Akte

November 1709 in Hamburg

Barthold Feind

Musik verloren

1008

Die blutdürstige Rache oder Heliates und Olympia

  1709    

1009

Berenice und Lucilla oder
Das tugendhafte Lieben

Sing=Spiel
deutsch/italienisch
3 Akte

Februar 1710 in Darmstadt
WA 1712

Vorlage: Apostolo Zeno, Lucio Vero [1]
f. Knispels [4] Angabe Johann Osiander nach Aurelio Cuweli [Aureli] gibt es keine Belege

Partiturreinschrift in D-W
Moderne Notenedition in Vorbereitung (CGG)

1010

Telemach oder Die durch Weißheit im Unglück triumphirende Tugend

deutsch/italienisch
Prolog, 3 Akte

16. Februar 1711 in Darmstadt

?

Musik insgesamt verloren,
Einzelnes als Parodie durch Uffenbach erhalten in D-Gs [2]

1011

La costanza vince l’inganno
(Die Beständigkeit besiegt den Betrug)

Pastorale
italienisch
3 Akte

1715 in Darmstadt,
1719 dort überarbeitet und um Prolog ergänzt wiederauf­geführt

?

Partiturreinschrift von der Hand Graupners
a) in D-W (Fassung 1715)
Ouvertüre und Ballettmusik stammen von Ernst Ludwig, Landgraf von Hessen Darmstadt
b) in D-DS (Fassung 1719)

1012

Ihr schlummert, ihr schlafet (Prolog zur Divertissement GWV 1013)

  1717    
1013

Lass dein Weinen, lass dein Klagen (Divertissement)

 

Komponiert 1717 für Darmstadt, keine Aufführung bekannt

Georg Christian Lehms

Partiturmanuskript unvollständig
in D-DS

1014

Adone

Pastorale per musica
italienisch
Prolog, 3 Akte

Librettodruck 1718
Aufführung in Darmstadt 1719

?

Musik verloren

1015

M‘invita alla caccia la diva (Prolog zur Oper La Costanza GWV 1011)

  1719     

Literatur

[1] Rashid-S. Pegah: Zu den theatralischen Aufführungen am Darmstädter Hofe 1709 - 1719. Altbekannte und neu erschlossene Quellen,
in: Ursula Kramer (Hg.), Musikalische Handlungsräume im Wandel. Christoph Graupner in Darmstadt zwischen Oper und Sinfonie. Mainz 2011, S. 209-228.

[2] Ralph-Jürgen Reipsch: Die Arienparodien des Johann Friedrich Armand von Uffenbach. Eine Bestandsaufnahme
in: Wolf Hobohm, Brit Reipsch (Hg.), Volksmusik und nationale Stile in Telemanns Werk. Bericht über die Internationale Wissenschaftliche Konferenz anläßlich der 12. Magdeburger Telemann-Festtage Magdeburg, 10. bis 14. März 1994 / Der Opernkomponist Georg Philipp Telemann. Neue Erkenntnisse und Erfahrungen. Bericht über die Internationale Wissenschaftliche Konferenz anläßlich der 13. Magdeburger Telemann-Festtage Magdeburg, 14. bis 15. März 1996 (Telemann-Konferenzberichte XI), Hildesheim, Zürich, New York 2006, S. 352-391

[3] Hans-Joachim Marx, Dorothea Schröder: Die Hamburger Gänsemarkt-Oper. Katalog der Textbücher. Laaber 1995

[4] Hermann Knispel: Das alte Opernhaus in Darmstadt. Eine theaterhistorische Skizze, in: ders., Bunte Bilder aus dem Kunst- und Theaterleben. Darmstadt 1900, S. 3.

   
Heinz Berck

Heinz Berck

Profession: Musikhistoriker

Heinz Berck, im Hauptberuf Lehrer, hat sich schon früh, seit dem Ende der 1960er Jahre Interesse für die Viola d’amore interessiert. Wissenschaftliche Netzwerke ermöglichten ihm das Sammeln von Fachliteratur und Kompositionen für das Instrument. Auf dieser Basis veröffentlichte er 1994 eine rund 900 Werke umfassende Viola d’amore-Bibliographie, 2015 folgte eine Monographie „Die Viola d’amore – Geschichte, Bau, künstlerische Gestaltung, Repertoire, Methodik, Literatur“.

Darüber hinaus war er auch als Herausgeber von Werken aus der Zeit des Barock tätig, darunter auch viele Kompositionen von Christoph Graupner, von dem seit 1714 Werke für Viola d’amore belegt sind. Durch einen glücklichen Zufall gelang es Heinz Berck, die 1714 von Skotschofscky für die Darmstädter Hofkapelle gebaute Viola d’amore zu erwerben und wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Heinz Berck: Die Viola d’Amore. Geschichte, Bau, künstlerische Gestaltung, Repertoire, Methodik, Literatur, herausgegeben von Heinz Berck. Ein umfassendes Handbuch zum Thema Viola d’Amore mit zahlreichen Abbildungen, 250 Seiten, Selbstverlag. 2. Aufl., 2015, ISBN 978-3-00-023905-2. Vertrieb: Edition Walhall, Magdeburg.

 

 

CD-Aufnahmen für Viola d´amore von Christoph Graupner

  • Concerto D-Dur für Viola d'amore, Viola und B.C.GWV 317
  • Concerto d-moll für Flöte, Viola d´amore, zwei Violinen, Viola und B.C.GWV 725
  • Jerzy Dobrzański (1928-1998): Concerto for viola d'amore and orchestra 'in the baroque style'
  • Concerto A-Dur für Viola d'amore, Viola und B.C.GWV 339
  • Concerto D-Dur für Viola d´amore, zwei Violinen, Viola und B.C.GWV 314

Interpreten:

  • Donald Maurice (Viola d'amore), Marcin Murawski (Viola), Ewa Murawska (Flöte)
  • Orchestra Ars Longa, Leitung: Eugeniusz Dąbrowski

  • Sonata d-moll für Traversflöte, Viola d'amore und CembaloGWV 207
  • Trio Sonata B-Dur für Traversflöte, Viola d'amore und CembaloGWV 217
  • Trio Sonata e-moll für Traversflöte, Viola d'amore und CembaloGWV 209
  • Sonata D-Dur für Viola d'amore, Traversflöte und CembaloGWV 205
  • Sonata C-Dur für Traversflöte, Viola d'amore und CembaloGWV 202
  • sowie Musik von Georg Philipp Telemann

Interpreten:

  • Catherine Bull (Traversflöte), Elena Kraineva (Viola d´amore), Joshua Lee (Viola da Gamba), Daniel Pyle (Lautenwerk)
  • Harmonie Universelle Atlanta

  • Trio F-Dur für Viola d´amore, Bass-Chalumeau und CembaloGWV 210
  • sowie Musik von Georg Philipp Telemann, Heinrich Ignaz Franz von Biber, Johann Sebastian Bach, Louis-Toussaint Milandre und Christian Petzold.

Interpreten:

  • Jacques-Olivier Chartier (Tenor), Olivier Laquerre (Bassbariton)
  • Hélène Plouffe (Viola d´amore), Chloe Meyers (Viola d´amore), Sophie Larivière (Flöte), Mark Simons (Chalumeau), David Jacques (Laute, Theorbe), Amanda Keesmaat (Violoncello), Erin Helyard (Cembalo, Orgel)

  • Ouvertüre F-Dur für Traversflöte, Viola dámore, Chalumeau, Streicher und B.C.GWV 450
  • Concerto B-Dur für Oboe, Viola d´amore, Chalumeau, Streicher und B.C.GWV 343
  • sowie Musik von Georg Philipp Telemann und Antonio Vivaldi.

Interpreten:

  • bell´arte salzburg, Leitung: Annegret Siedel

  • Trio F-Dur für Viola d´amore, Chalumeau und CembaloGWV 210
  • sowie Musik von Johann David Heinichen, Monsier Grobe, Louis-Toussaint Milandre und Friedrich Wilhelm Rust.

Interpreten:

  • Dorothea Jappe (Viola d´amore), Konrad Hünteler (Traversflöte), Hans-Rudolf Stadler (Chalumeau), Herbert Hoever (Violine), Michael Jappe (Viola da Gamba/Violoncello), Rolf Jungshans (Cembalo/Pianoforte)

  • Christoph Graupner (1683-1760): Ouverture A-Dur für Flöte, Oboe, Viola d´Amore, 2 Violinen, Viola, Fagott und CembaloGWV 477
  • sowie Musik von Georg Philipp Telemann und Mr. Ganswindt.

Interpreten:

  • Dorothea Jappe (Viola d´Amore)
  • Capella Clementina, Leitung: Helmut Müller-Brühl

 

Werke von Christoph Graupner für Viola d´amore

In folgenden 17 Kantaten aus den Jahren 1709 bis 1753 ist die Viola d´amore als obligates Instrument gesetzt:

Zudem hat Graupner die Viola d´amore in folgenden Instrumentalwerken eingesetzt:

  • Concerto D-Dur for viola d'amore, strings and continuo, → GWV 314
  • Concerto F-Dur for flute, viola d'amore, chalumeau, strings and continuo, → GWV 327
  • Concerto D-Dur for flauto d'amore, oboe d'amore, viola d'amore, strings and continuo, → GWV 333
  • Concerto g-moll for viola d'amore, strings and continuo, → GWV 336
  • Concerto A-Dur for viola, viola d'amore, strings and continuo, → GWV 339
  • Concerto B-Dur for chalumeau, viola d'amore, oboe, strings and continuo, → GWV 343
  • Ouverture D-Dur for oboe d'amore, viola d'amore, strings and continuo, → GWV 419
  • Ouverture d-moll for bassoon, viola d'amore, strings and continuo, → GWV 426
  • Ouverture D-Dur for viola d'amore, strings and continuo, GWV → 427
  • Ouverture E-Dur for viola d'amore, strings and continuo, GWV → 438
  • Ouverture F-Dur for flute, viola d'amore, chalumeau, strings and continuo, → GWV 450
  • Ouverture F-Dur for flute, viola d'amore, 2 chalumeaux, strings and continuo, → GWV 451
  • Ouverture G-Dur for viola d'amore, strings and continuo, → GWV 459
  • Ouverture G-Dur for viola d'amore, strings and continuo, → GWV 460
  • Ouverture G-Dur for viola d'amore, bassoon, strings and continuo, → GWV 465
  • Ouverture A-Dur for viola d'amore, strings and continuo, → GWV 476
  • Ouverture A-Dur for flute, viola d'amore, oboe, bassoon, strings and continuo, → GWV 477
  • Sinfonia F-Dur for soli viola d'amore, cello and bassoon, 3 violas and basso continuo, → GWV 577
  • Trio Sonata B-Dur for flute, viola d'amore and continuo, → GWV 217
  • Trio Sonata C-Dur for flute, viola d'amore and continuo, → GWV 202
  • Trio Sonata D-Dur for flute, viola d'amore and continuo, → GWV 205
  • Trio Sonata d-moll for flute, viola d'amore and continuo, → GWV 207
  • Trio Sonata e-moll for flute, viola d'amore and continuo, → GWV 209
  • Trio Sonata F-Dur for viola d'amore, bass chalumeau and continuo, → GWV 210
   
Ehrenmitglieder
       
Herr der Zeiten

Festliche Neujahrsmusik am Darmstädter Hof

Als Johann Sebastian Bach 1723 seinen Dienst als Thomaskantor antritt, ist er nur dritte Wahl: Lieber hätten die Verantwortlichen in Leipzig Georg Philipp Telemann oder Christoph Graupner auf dem Posten gesehen. Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt hatte den Musiker 1709 an seinen Hof geholt, und bereits 1711 war er zum Hofkapellmeister aufstiegen. 1722 wurde er in Leipzig zum Thomaskantor gewählt – doch auf Geheiß seines Fürsten musste er die Berufung als Nachfolger von Johann Kuhnau ablehnen. Doch nicht zu Graupners Schaden: Sein ohnehin bereits hohes Gehalt wurde noch einmal aufgebessert ...

So konnte Johann Sebastian Bach die Stelle erhalten. Und Graupner blieb bis zu seinem Tod am Hof des Landgrafen. Sein überaus reiches Werk ist nahezu vollständig in der Darmstädter Bibliothek erhalten.

Der exzellente Graupner-Kenner Dr. Oswald Bill hat aus repräsentativen Sätzen mehrerer Neujahrsmusiken ein oratorisches Werk zusammengestellt, das ein glänzendes Bild dieses ausgezeichneten, kreativen Komponisten gibt. Höchste Zeit, dass seine Musik auch in Wiesbaden wiederentdeckt wird!

Das von Christian Rohrbach betreute Ensemble Barock vokal ist ein separater Teil des Exzellenzprojektes Barock vokal. Es tritt u. a. regelmäßig in den Barockoper-Produktionen der Oper Frankfurt auf. Barock vokal, Kolleg für Alte Musik ist ein Exzellenzprogramm für fortgeschrittene Gesangsstudierende und junge Sängerinnen und Sänger, die über hervorragende gesangstechnische und interpretatorische Grundlagen verfügen.

Ausführende:

  • Barockorchester, Chor und Vokalsolisten des Kollegs für Alte Musik Barock vokal, Mainz, Leitung: Christian Rohrbach

Datum: Samstag, 9. Januar 2016, 19.30 Uhr
Ort: Lutherkriche, Wiesbaden
Veranstalter: 21. Wiesbadener Bachwochen

→ Konzertarchiv
       
Kein Riese - doch ein ganz Großer

Der Freiburger Anton-Webern-Chor und sein Leiter Hans Michael Beuerle entdecken den Barockkomponisten Christoph Graupner.

Bis vor etwa zwei Jahren sei dieser Komponist auch in seiner Vorstellung eher eine "sehr blasse Gestalt" gewesen, bekennt Hans Michael Beuerle: "Etikett Kleinmeister". Vielen Musikfreunden geht es da wahrscheinlich ähnlich wie dem Leiter des Freiburger Anton-Webern-Chors. Christoph Graupner (1683–1760) gehört zu jenen Meistern des späten 17. und 18. Jahrhunderts, über die man höchstens weiß, dass sie auch komponierten. Dabei war der Bach-Zeitgenosse Graupner zu Lebzeiten nun alles andere als ein Unbekannter. Der Darmstädter Hof, an den ihn der musikbeflissene Markgraf Ernst Ludwig 1709 holte, entwickelte sich unter Graupner für kurze Zeit zu einem europäischen Musik(theater)zentrum. Und als der Markgraf davon erfuhr, dass Graupner den Ruf als Thomaskantor nach Leipzig erhalten hatte, intervenierte er und erhöhte kurzerhand dessen Gehalt – sein Hofkapellmeister blieb, wodurch der damals unbekanntere Kollege Bach zum Zuge kam.

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Quelle: Badische Zeitung, 8. März 2011

Pressespiegel
       
Kleines Konzert mit Werken von Beethoven und Graupner
  • Ludwig van Beethoven (1770-1827): Sonate A-Dur Opus 30 Nr. 1
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonate g-moll709">GWV 709

Ausführende:

  • Günter Knoll (Violine) und Jörg M. Sander (Klavier)

Datum: Donnerstag, 30. Januar 2020, 19.30 Uhr
Ort: Gartenhalle des Mutterhauses, Evangelische Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal (D)
Veranstalter: Evangelische Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal

→ Konzertarchiv
       
Konzert zum Tag des offenen Denkmals
  • Giuseppe Torelli (1658-1709): Concerto D-Dur für Trompete und Streicher
  • Francesco Durante (1684-1755): Concerto Nr. 5 A-Dur
  • Johann Baptist Georg Neruda (1707-1780): Konzert Es- Dur für Trompete und Streicher
  • Antonio Vivaldi (1678-1741): Concerto d-Moll RV 128
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Concerto polonois G-Dur TWV (43:G7)
  • Christoph Graupner (1683-1760): Ciaconna
  • Johann Adolph Hasse (1699-1783): Sinfonia g-moll op.5/6
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Sonate D- Dur für Trompete und Streicher

Ausführende:

  • Manfred Bockschweiger (Trompete)
  • Darmstädter Barocksolisten

Datum: Sonntag, 11. September 2022, 20:15 Uhr
Ort: Einhardbasilika, Große Maingasse, Seligenstadt (D)
Veranstalter: Seligenstädter Klosterkonzerte

 

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Landgraf Ernst Ludwig bittet zum Tanz
  • Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt (1667-1739): Ouvertüre zu Christoph Graupners Patorale "La Costanza vince l´inganno"
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Auf, lobet Gottes grossen Namen": Aria "Teurer Fürst, Dein Herz, Dein Leben" → GWV 1174/23
  • Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt (1667-1739): Ouvertüre d-moll für Streicher und B.C.
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Danket mit Jauchzen dem Herrscher der Höhen": Aria "Strömt herab ihr Gnadenschätze" → GWV 1174/27
  • Friedrich Karl Graf von Erbach (1680-1731): Divertissement Melodiuex. Trio für 2 Violinen und Violoncello
  • Historische Choreographien 1
    • La Hessoise Darmstadt
      1717, Choreographie: Pierre Dubreil, Musik: Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt (1667-1739)
      Contredanse und Danse à Deux
    • Bourrée d´Achille
      1700, Choreographie: Guillaume-Louis Pecour, Musik: Pascal Colasse (1649-1709)
    • La Princesse de Darmstadt
      ca. 1717/18, Choreographie: Olivier, Musik: Ernst Ludwig Landgraf von Hessen-Darmstadt (1667-1739)
  • Georg Philipp Telemann (1681-1767): Suite a-moll für Blockflöte, Streicher und B.C. TWV 55:a2
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Schallet ihr Stimmen": Aria "Auf der Liebe zartes Flehen" → GWV 1274/27
  • Friedrich Karl Graf von Erbach (1680-1731): Divertissement Melodiuex. Duo Nr. 2
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Preise Jerusalem den Herrn": Aria "Grosser König jener Höhen" → GWV 1174/20
  • Historische Choreographien 2
    • Harlequinade (Contredanse)
      erstes Viertel 18. Jh., Choreographie: N.N., Musik: Air des Matelots aus "Alcyone", Marin Marais (1656-1728)
    • Entrée de Matelot
      zw. 1706 - 1710, Choreographie: Raoul Auger Feuillet, Musik: Marche pour les Matelots aus "Alcyone", Marin Marais (1656-1728)
    • Folies d´Espagne à Deux
      zw. 1700 - 1720, Choreographie: N.N., Musik: Jean-Baptiste Lully (1632-1687)
    • Rigaudon à Quatre
      1713, Choreographie: Guillaume-Louis Pecour, Musik: Louis de la Coste (1675-1750)

Ausführende:

  • Elisabeth Scholl (Sopran), Changhoun Eo (Altus)
  • Marie-Claire Bär le Corre, Pierre-Francois Dollé, Carola Finkel, Christian Griesbaeck (historische Choreographien)
  • Neumeyer Consort, Leitung: Felix Koch

Datum: Samstag, 1. Dezember 2018, 19:30 Uhr
Ort: Ernst-Ludwig-Saal, Darmstadt-Eberstadt (D)
Veranstalter: Dotter Stiftung

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Namiddaconcert
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Furcht und Zagen" → GWV 1102/11b
  • Christoph Graupner (1683-1760): Partita I C-Dur: Rigaudon en Rondeau GWV 101
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonata für Cembalo obligato und Violino g-moll709">GWV 709
  • sowie Musik von Dietrich Buxtehude (1637-1707), Johann Mattheson (1681-1764) und Georg Philipp Telemann (1681-1767).

Ausführende:

  • Barokensemble Kapellmeister, Leitung: Denis Roosen

Datum: Sonntag, 17. November 2019, 15:00 Uhr
Ort: Kerk O.L. Vrouw ter Noodt, Kerkstraat, Merchtem (B)
Veranstalter: Soetendaelle vzw

→ Konzertarchiv
       
Neue Graupner-Manuskripte in Marburg entdeckt

Im Rahmen von Katalogisierungsarbeiten der RISM-Zentralredaktion sind im Hessischen Staatsarchiv Marburg (D-MGs) einzelne Stimm-Abschriften von zwei Kantaten Graupners aufgetaucht. Sie gehören zur Sammlung 319 Frankenberg, die an der dortigen Liebfrauenkirche entstanden ist. Als 319 Frankenberg Nr. 147 firmiert eine Sammelhandschrift, die den nahezu kompletten Jahrgang Geistliches Singen und Spielen von Georg Philipp Telemann enthält (gelegentlich mit Ergänzungen oder geänderter Reihenfolge; RISM ID no.: 454600655). Eine Kantate allerdings wurde darin durch Graupners Kantate "Nahet Euch zu Gott, so nahet er sich zu Euch" (Oktober 1714) ersetzt. Erhalten haben sich in Marburg die Abschriften einer Alt- und einer Tenorstimme (RISM ID no.: 454600702).

Darüber hinaus fanden sich bei der Katalogisierung in Marburg Stimmen für eine weitere, sehr frühe Kantate Graupners. Es handelt sich um die im Original mit Trompeten und Pauken üppig besetzte Weihnachtskantate zum 2. Weihnachtsfeiertag von 1709, "Hosianna sei willkommen" → GWV 1106/09, zugleich der Geburtstag des Landgrafen. Im Frankenberger Bestand sind davon insgesamt sechs Vokal- und Instrumentalstimmen (Ob 1, Violine 2, Alt, Tenor, Bass und B.c.) überliefert. Auch sie enthalten keinen Hinweis auf den Komponisten, wurden aber durch die RISM-Datenbank identifiziert (Konkordanz zu RISM 450005735) und erhielten die Signatur 319 Frankenberg Nr. 196.

Veröffentlichung: 19. November 2017
Quelle: Newsletter Christoph-Graupner-Gesellschaft

Nachrichten
       
Neuerscheinungen

Beate Sorg

Christoph Graupers Musik zu zeremoniellen Anlässen am Hof der Landgrafen zu Hessen-Darmstadt

Zwischen "Frohlockendem Jubel-Geschrey" und "Demüthiger Andacht und Pflicht vor dem Angesichte des Herrn"

Die politische Rolle der Hofmusik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist im Kontext der repräsentativen Machtmittel innerhalb des höfischen Kräftefeldes verortet. Die höfischen Zeremonielle bildeten nicht nur den Aufführungsrahmen, sondern legten sämtliche Determinanten für die musikalischen Ereignisse fest. Zu den Aufgaben der Hofkapellmeister im kleinen, aber innerhalb des Reiches nicht ganz unbedeutenden und durchaus paradigmatisch stehenden Fürstentum Hessen-Darmstadt gehörten die musikalischen Umrahmungen der fürstlichen Hochzeiten, Trauerfälle, Geburtstage sowie politischer und kirchenpolitischer Anlässe. Christoph Graupner wirkte hier als Hofkapellmeister zwischen 1709 und 1760; bis zu seiner Erblindung im Jahr 1754 schuf er ein umfangreiches Werk, das die Verhältnisse dieser Landgrafschaft in signifikanter Weise spiegelt. Graupners Musiken zu den Festen der Landgrafen umfassten immer Kirchenkantaten für den Gottesdienst, daneben oft auch weltliche Musik zur Unterhaltung der Gäste. Obwohl die – damals hochmoderne und in der Entwicklung begriffene – Gattung der Kantate bei weitem überwiegt, sind es auch Bühnenwerke, die diese Funktion erfüllten, die aber lediglich im ersten Jahrzehnt von Graupners Dienstzeit in Darmstadt aufgeführt wurden.

83 panegyrische Werke (57 geistliche, 24 weltliche Kantaten, 2 Bühnenwerke) werden als Zeremonialmusiken systemisch in ihrem Aufführungskontext diskutiert. Dabei ergeben sich etliche neue Erkenntnisse wie Datierungen, Zuordnungen zu Anlässen, auch Funde von bisher als verschollen geltenden Textdrucken. Der Geheimrat Johann Jacob (von) Wieger lässt sich zudem als mutmaßlicher Textdichter identifizieren. Es wird deutlich, dass der Bedeutungsverlust höfischer Repräsentation am Ende der absolutistischen Epoche, ebenso wie in anderen Residenzen, auch in Darmstadt die Zeremonialmusik tangierte. Für Graupner blieb vor diesem Hintergrund einerseits die ungebrochene Unterordnung unter die hierarchischen Verhältnisse, was die Huldigung als Form der Pflichterfüllung einschloss. Andererseits jedoch zeigten sich latente Distanzierungsversuche: zum einen die Schaffung musikalischer Subtexte in gewissen panegyrischen Werken, zum anderen aber vor allem die Hinwendung zur Kirchenmusik und damit zu einer Religiosität, die nicht nur die Anmahnung der christlichen Tugenden ermöglichte, sondern auch mit dem “Schaffen zur Ehre Gottes” eine persönliche Rechtfertigung jenseits von allem tagespolitischen Geschehen bot.

Musikwissenschaftliche Dissertation, Johannes Gutenberg-Universität Mainz 2014. 473 Seiten. ISBN 978-3-7347-9923-5.

Oswald Bill (Hrsg).

Christoph Graupner, Thematisches Verzeichnis der musikalischen Werke. Graupner-Werke-Verzeichnis

GWV – Geistliche Vokalwerke. Kirchenkantaten Septuagesimä bis Ostern

Neben ausführlichen Incipits enthält das Verzeichnis alle relevanten Informationen zu den jeweiligen Werken wie Besetzung, Überlieferung, Datierung und Textherkunft. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für die Musik des Bach-Zeitgenossen!

Stuttgart: Carus 2015. 846 Seiten. ISBN 978-3-89948-240-9.

Textanfänge Kirchenkantaten
       
Organisation


VORSTAND CHRISTOPH-GRAUPNER-GESELLSCHAFT E.V.

SEIT DEM 03.09.2021

Prof. Dr. Ursula Kramer

Prof. Dr. Ursula Kramer

1. Vorsitzende

Musikwissenschaftlerin und Fagottistin. Nach einigen Jahren als Opern- und Konzert­dramatur­gin lehrt sie heute Musikwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören die musikalische Regionalgeschichte mit Schwer­punkt Darmstädter Residenzgeschichte um Christoph Graupner, Oper, Schauspielmusik und die Geschichte der Bläserkammermusik; seit 2007 Vorsitzende der Christoph Graupner-Gesellschaft.

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Dr. Michael Hüttenberger

Dr. Michael Hüttenberger

Stellvertr. Vorsitzender

Frühe kirchenmusikalische Prägung durch den Vater, insbesondere die Werke Graupners betreffend. Langjährige und umfangreiche organisatorische Mitwirkung bei Konzerten; Initiator der Gründung der Christoph-Graupner-Gesellschaft 2003, von 2003-2005 auch ihr Vorsitzender. Langjährige Tätigkeit als Stadt­ver­ordneter und Schulleiter in Darmstadt; lebt und arbeitet, nach achtjährigem Inter­mezzo als Bundesgeschäftsführer der "GGG - Verband für Schulen des gemeinsamen Lernens" in Stedesdorf/Ostfriesland wieder in der Nähe von Darmstadt.

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Wolfgang Seeliger

Wolfgang Seeliger

Stellvertr. Vorsitzender

Wolfgang Seeliger erhielt seine musikalische Ausbildung am Salzburger Mozarteum und an der Universität Salzburg. Zu seinen Lehrern zählte Nikolaus Harnoncourt und Kyrill Kondraschin. Assistent war er bei Herbert von Karajan, Sir Colin Davis und von 1984 bis 1990 bei Leonard Bernstein. Er war an verschiedenen Opernhäuser als Kapellmeister und Chor­direktor tätig. 1977 gründete er den Konzertchor Darmstadt und die Darmstädter Hofkapelle. Zu seinem breitem Repertoire gehören auch Erstaufführungen von Darmstädter Komponisten wie Graupner, Endler, Mangold und Meyerbeer zählen. 2001 gründete er die Darmstädter Residenzfestspiele.

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Richard Weber-Laux

Richard Weber‑Laux

Schatzmeister

Diplom-Informatiker, arbeitete in der Industrie als Communication Consultant. Buchautor und Trainer, Dozent für Social Media.
Musika­lischer Schwerpunkt ist die Barock­musik, sein Forschungs­feld ist die Musikwahrnehmung und die Wirkung von Resilienzfaktoren bei den Hörern. Webmaster und Schatzmeister der CGG.

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Ulrich Neuhaus

  Ulrich Neuhaus

Beisitzer

Obwohl Ulrich Neuhaus Schul­musik studierte, ist er nicht Lehrer geworden. Statt dessen versorgt er als Musikalien­händler Musiker und Musikliebhaber mit Noten und Instru­menten. Selbst als Posaunist und Sänger aktiv, interessierte er sich immer für ein breit gefächertes Repertoire. Seit er jedoch im Ruhe­stand ist, engagiert er sich vor allem für Barock­musik und für Christoph Graupner. Er transkribiert dessen Werke aus den Autographen für interessierte Musiker.

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Michael Ullrich

Michael Ullrich

Beisitzer

Musikstudium in Hannover mit Diplom-Abschlüssen für Chor- und Orchesterleitung und Flöte.
Aktive Chorsingtätigkeit seit früher Jugend, Leiter verschiedener Chöre und Ensembles. Juror bei Jugend musiziert auf Regional- und Landesebene. War über 30 Jahre Musikschulleiter des Kreises Altenkirchen. Stellt seit einigen Jahren mit Begeisterung Trans­kriptionen von Graupner-Kantaten her.

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Frank Doerschel

Frank Dörschel

Beisitzer

Studium Musikwissenschaft (Goethe-­Universi­tät Frank­furt), Kom­position und Theorie (Dr. Hoch’s Kon­­ser­va­­­torium Frankfurt), Trompeter, Musik- und Instru­mental­­­päda­­goge, Arrangeur und Komponist mit Schwer­punkt Blech­­bläser­­­ensemble.

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Organisation
       
Reize einer "Liebesgeige"

Ausblick - Werke mit Viola d´amore des Hofkomponisten Christoph Graupner

DARMSTADT. Erst vor drei Jahren wurde sie wiederentdeckt, eine von Georg Skotschofsky 1724 gebaute Viola d´amore. Er war Mitglied der Darmstädter Hofkapelle, die von 1709 an und ein halbes Jahrhundert von Christoph Graupner geleitet wurde. Doch eigenartigerweise war Skotschofsky nicht als Streicher, sondern als Trompeter in der Hofkapelle engagiert. Er baute offenbar nebenbei Streichinstrumente. Eine weitere Viola d'amore befindet sich in Paris im Museum, eine Violine wurde erst kürzlich entdeckt. Die Viola von 1724 ist jetzt wieder spielbar gemacht worden und erklingt am Sonntag (9.) erstmals in Darmstadt in einem Konzert mit bisher unveröffentlichten Werken Graupner ist.

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Quelle: Darmstädter Echo, 5. November 2003

Pressespiegel
       
Requiem aeternam
    • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Ach dass die Hülfe aus Zion über Israel käme", Choral "Herzliebster Jesu"

GWV 1125/19

  • Albert Becker (1834-1899): Adagio religioso
  • Lothar Graap (*1933): Christi Tod am Kreuz
  • Giacomo Puccini (1858-1924): Requiem
  • Franz Xaver Richter (1709-1789): Sinfonie c-Moll
  • Franz Aumann (1728-1797): Requiem Es-Dur
  • Christoph Graupner (1683-1760): Kantate "Nun ist auferstanden", Choral "Jesu, meine Freude"GWV 1128/21

Ausführende:

  • Katharina Kohoff (Sopran), Lena Izikowitz (Alt), Yauheni Post (Bass/Sprecher)
  • Grafschafter Kantatenorchester, Lutherische Kantorei Nordhorn, Leitung: Jens Christian Peitzmeier

Datum: Sonntag, 03. April 2022, 16:00 Uhr
Ort: Ev.-luth. Kreuzkirche, Nordhorn (D)
Veranstalter: Ev.-luth. Christus- und Kreuz-Kirchengemeinde Nordhorn

 

→ Konzertarchiv
       
Rezeption

Zur Rezeptionsgeschichte der Werke Graupners

"Der Graupner bleibet" – mit diesem lapidaren Statement setzte der Darmstädter Landgraf Ernst Ludwig einst den Schlussstrich unter die heimlich verfolgte Bewerbung Graupners um das Amt des Thomaskantorats in Leipzig: Graupner kam aus Darmstadt nicht mehr weg. Weitere 30 Jahre lang wirkte er aktiv als Hofkapellmeister, weitere sechs Jahre verblieben ihm erblindet bis zu seinem Tod 1760.

Schon bald darauf gerieten seine Werke in Vergessenheit. Zwar wurden all seine Manuskripte, die er während seiner langen Anstellung am Hof in Darmstadt geschrieben hatte, 1819 nach endlosem Rechtsstreit mit den Erben in den Bestand der Hofkapelle integriert, doch interessierte sich zu dieser Zeit bereits niemand mehr für das, was rund 100 Jahre zuvor musikalisch tonangebend gewesen war. Niemand wäre mehr auf die Idee gekommen, Graupnersche Werke zur Aufführung zu bringen. Dieses Schicksal des Darmstädter Hofkapellmeisters stellt allerdings keinen Einzelfall dar; Graupner erging es vielmehr wie einer ganzen Reihe komponierender Zeitgenossen, für die im frühen 19. Jahrhundert kein Platz mehr war und die erst nach und nach im Zuge eines verstärkten Interesses an historischer Aufführungspraxis langsam wiederentdeckt wurden. Verglichen mit manchem anderen Komponisten setzt die Rezeptionsgeschichte im Falle Graupners sogar schon erstaunlich früh – im mittleren 19. Jahrhundert – ein. Im Folgenden werden ihre wichtigsten Stationen abgeschritten.

Graupner redivivus I: Der Darmstädter Opernsänger Ernst Pasqué als Musikhistoriker

Ernst Pasqué
Ernst Pasqué (1821-1892)
Grabstätte auf dem Alsbacher Friedhof

Der Erste, der sich (freilich in seiner Zeit erfolglos) für die Wiederaufführung von Graupners Musik einsetzte, war der Opernsänger Ernst Pasqué. 1821 in Köln geboren und u.a. in Paris ausgebildet, entwickelte er im Rahmen seines Darmstädter Engagements ab 1845 neben dem Singen ein ausgeprägtes, auf die musikalische Lokalhistorie konzentriertes Interesse. Er betrieb – für damalige Verhältnisse innovativ, denn eine (musik)historische Rückbesinnung auf frühere Epochen setzte gerade erst ein – intensive archivalische Studien und förderte beispielsweise so den alten Anstellungskontrakt von Graupner wieder zu Tage; darüber hinaus aber vertiefte er sich auch in die inzwischen zur Hofbibliothek gehörenden Kompositionen Graupners, bildete sich ein stilkritisches Urteil und nahm eine grobe quantitative Auswertung seiner Kantaten vor.

Seine Ergebnisse veröffentlichte Pasqué in der Darmstädter Zeitschrift Die Muse. Blätter für ernste und heitere Unterhaltung; dort erschien in den Jahren 1853 und 1854 als vielteilige Fortsetzung eine Skizze des Darmstädter Musiklebens am Hofe, beginnend mit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, in der auch der Zeit und der Persönlichkeit Graupners breiter Raum gegeben wurde. Pasqué schloss seine Ausführungen mit dem Wunsch und einer ganz konkreten Aufforderung an die lokalen Gesangvereine, die eine oder andere Kantate Graupners wieder aufzuführen. War dieses Portrait Graupners vor allem für die Rezeption im Umkreis von Darmstadt bestimmt, so nutzte Pasqué zwölf Jahre später auch die Möglichkeit, überregional einer interessierten Öffentlichkeit den Namen des einstigen Hofkapellmeisters nahe zu bringen. In den Signalen für die musikalische Welt entwarf er ebenfalls eine Skizze der Graupnerschen Persönlichkeit, die allerdings deutlich kürzer ausfiel (nur fünf Fortsetzungsnummern) und als Einstieg – wohlüberlegt – die Konstellation der gescheiterten Bewerbung um das Thomaskantorat wählte. Darin wurden vor allem die Herkunft, die Ausbildung in Leipzig und die Hamburger Zeit näher ausgeführt, auf eine Darstellung der Darmstädter Jahre aber verzichtet – möglicherweise erschien der Leipziger Redaktion das Darmstadt-Kapitel der Graupnerschen Biographie als zu "provinziell", denn Pasqué teilt seiner Leserschaft in der letzten Folge mit, der ihm zugestandene Platz sei bereits erschöpft.

Graupner redivivus II: Eine autographe Partitur in Paris

Unter den wenigen originalen Graupnerschen Manuskripten, die außerhalb der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt aufbewahrt werden, befindet sich heute eine einzige Handschrift in der Bibliothèque nationale in Paris. Es ist die Partitur zur Kantate vom September 1712, Erforsche mich Gott und erfahre mein Herz. Während das Aufführungsmaterial (die Instrumental- und Singstimmen) zu diesem Werk in Darmstadt erhalten ist, wurde Graupners Partiturautograph offensichtlich in späterer Zeit aus dem Bestand herausgelöst und gelangte nach Paris. Den entscheidenden Hinweis für den Grund dieses Transfers liefert einer der beiden Besitz-Stempel, den das zweifelsfrei aus Darmstadt stammende Notenmanuskript trägt: Neben der Kennzeichnung "Conservatoire de Musique Paris. Bibliothèque" findet sich zudem der Aufdruck: "Collection Charles Malherbe". Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war die entscheidende Zeit für die Etablierung der Musikgeschichte und Musikwissenschaft. Dank des erwachten Geschichtsbewusstseins begann man nicht nur in Deutschland, sondern beispielsweise auch in Frankreich, sich der Musik vergangener Epochen zu erinnern, und dazu gehörte auch das Sammeln älterer Quellen. Charles Malherbe, 1853 in Paris geboren und durch die Eltern musikalisch vorgeprägt, wurde pianistisch ausgebildet und betätigte sich als Liebhaber-Komponist. Neben editorischen Arbeiten (er war Mitarbeiter der Rameau-Gesamtausgabe) betätigte er sich auch musikschriftstellerisch und verfasste Beiträge für die wichtigsten musikalischen Zeitschriften (Le Ménestrel, Le Guide Musical, Le Monde artistique etc.)

Für die Nachwelt ist Malherbe jedoch in erster Linie als Sammler von Bedeutung geblieben. Von seiner Jugend an war er mit zwei wichtigen Persön­lich­keiten des Pariser Musiklebens bekannt: mit Charles Nuitter, Archivar und Bibliothekar an der Opéra, und Jean-Baptiste Weckerlin, Bibliothekar am Conservatoire seit 1876. Auch Weckerlin war ein großer Sammler musikalischer Literatur; erhaltene Korrespondenz zwischen den beiden belegt die Bemühungen Malherbes, ältere Kompositionen zu beschaffen, die ihm in seiner Sammlung fehlten (Bibliothèque nationale, Briefsammlung Malherbe). Bereits 1890 setzte er die Bibliothek des Conservatoire als Erben für seine Manuskripte ein – demnach hatte er bereits zu diesem Zeitpunkt einen entsprechenden Bestand gesammelt. Im Jahr 1900 wurden – zeitgleich zur Weltausstellung – Malherbes Pretiosen im Kontext eines musik­wissen­schaft­lichen Kongresses öffentlich ausgestellt. Sein Bestand umfasste Werke vom 17. bis zum 19. Jahrhundert; unter den Kompositionen des 18. Jahrhunderts befand sich eine ganze Reihe deutscher Provenienz, darunter Kantaten von Johann Sebastian Bach, Graun, Fasch, Fux und Graupner. Auf welchen Wegen Malherbe an die Darmstädter Kantate kam, bleibt noch zu klären.

Dem Notenautograph ist ein dünnes Deckblatt vorangestellt, das einige Gerüstdaten – in deutscher Sprache – zu Graupner enthält, darunter das (unvollständige) Geburtsdatum, den Todestag sowie folgende weitere Hinweise: "Componist. Schüler Kuhnaus in Leipzig als Thomasschüler, 1706 Akkompagnist an der Hamburger Oper unter Keiser, 1709 Vizekapellmeister in Darmstadt, später erster Kapellmeister. Von ihm stammen verschiedene Opern." Von wem diese Hinweise stammen, ist ebenfalls unklar. In jedem Fall aber dokumentiert die Liste der von Malherbe erworbenen Musikalien älterer Zeit, dass er offensichtlich über die richtigen Kontakte verfügte, um sich eine entsprechend große Sammlung aufzubauen. Nach Malherbes Tod gingen die Musikalien wie festgelegt zunächst in den Besitz des Conservatoire über und gehören heute zum Bestand der Bibliothèque nationale.

Graupner redivivus III: Von der Musikwissenschaft zur Musikpraxis

Mitte des 19. Jahrhunderts war Pasqués Aufforderung zur klingenden Wiederbelebung von Graupners Kompositionen noch ungehört verhallt; im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts setzte immerhin ein neues Interesse an der wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner Musik ein. Nach Wilibald Nagel, der sich als erster in verschiedenen Publikationen mit Graupner, seinem Musiker-Kollegen Grünewald und der Situation am Darmstädter Hof ausführlicher beschäftigte und eine Studie über die Sinfonie bei Graupner vorlegte, (Wilibald Nagel, Christoph Graupner als Sinfoniker. Langensalza 1912 (= Musikalisches Magazin 49)), folgte mit Friedrich Noack (1890-1958) ein Darmstädter Musikwissenschaftler, der in Berlin mit einer Arbeit über Graupners Kirchenmusiken promoviert wurde; (Friedrich Noack, Christoph Graupners Kirchenmusiken. Ein Beitrag zur Geschichte der Musik am landgräflichen Hofe in Darmstadt. Leipzig 1915). Diese Studie war der Anfang der bis dato umfangreichsten Auseinandersetzung mit dem Schaffen des einstigen Hofkapellmeisters. Von 1920-27 ordnete und katalogisierte Noack die Musikalienbestände der Darmstädter Bibliothek neu und publizierte eine ganze Reihe weiterer Aufsätze zu Graupner und dem Darmstädter Musikleben (Christoph Graupner als Kirchenkomponist. (Begleitpublikation zu den Notenbänden der Denkmäler Deutscher Tonkunst, Leipzig 1926; "Die Opern von Christoph Graupner in Darmstadt". In: Bericht über den musikwissenschaftlichen Kongress in Leipzig 1925. Leipzig 1926, S. 252-259; "Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt als Komponist". In: Internationaler Musikhistorischer Kongreß, Beethoven Zentenarfeier Wien 1927. Wien 1927, S. 205-207).

Dabei bemühte sich Noack insbesondere auch um die Datierung der zahllosen Instrumentalwerke, die, anders als die Kantaten, keine Jahresangaben trugen. Für die seit 1892 existierende große deutsche Musikalienanthologie, die Denkmäler Deutscher Tonkunst, traf er eine Auswahl bemerkenswerter Kantaten von Graupner, die er 1926 in zwei Bänden der Reihe herausbrachte (Friedrich Noack, Christoph Graupner. Ausgewählte Kantaten. (Bände 51 und 52 der Reihe), Leipzig 1926; Neuauflage Wiesbaden/Granz 1960). Es war die erste große, nach damaligem wissenschaftlichem Standard erarbeitete musikalische Edition Graupnerscher Werke, so dass die Nachwelt nun erstmals im Stande war, mithilfe eines gedruckten Notentextes den Komponisten und sein Schaffen gleichsam aus erster Hand kennenzulernen. Zugleich hatten es Graupners Kompositionen mit ihrer Aufnahme in die Denkmäler-Reihe geschafft, als wichtiges deutsches Kulturgut einer früheren Epoche anerkannt zu werden.

Friedrich Noack
Friedrich Noack (1890-1958)

Parallel zur wissenschaftlichen Aufarbeitung von Graupners Oeuvre war es aber vor allem das Verdienst Noacks, die Kompositionen erstmals wieder zum Erklingen zu bringen; als Chorleiter und Dirigent verschiedener Ensembles nutzte Noack seine Möglichkeiten zur Programmgestaltung und machte die Darmstädter von 1920 an immer wieder auf ihr lokales Erbe aus der Residenzzeit aufmerksam. Zu einer ersten diesbezüglichen Initiative kam es im Oktober/November 1920, als er an mehreren aufeinanderfolgenden Wochenenden zunächst in Kirchenkonzert im nahen Roßdorf veranstaltete und dabei (neben eigenen Kompositionen und einer Motette aus dem 17. Jahrhundert) auch eine Kantate Graupners aufführte. Für das am Folgewochenende in der Martinskirche (deren Chor das ausführende Ensemble bildete, das Noack leitete) stattfindende Wiederholungskonzert hielt Noack wenige Abende zuvor eigens einen Einführungsvortrag, um die Zuhörer auf die für sie ungewohnten Klänge vorzubereiten. Als musikalische Umrahmung präsentierte er dabei selbst Ausschnitte aus einer Graupnerschen (?) Violinsonate und ließ darüber hinaus zwei Arien aus Kantaten singen.

Der Zeitungsankündigung ist ferner zu entnehmen, dass auch im Instrumentalverein Musik von Graupner zur Aufführung gelangen sollte. Der Presse nach zu urteilen war das Konzert ein voller Erfolg: "Die Kirche war von einer andächtigen Zuhörergemeinde bis auf den letzten Platz besetzt; wie wir hören, soll das Konzert demnächst in der Pauluskirche wiederholt werden." Genau vierzehn Tage später stand beim Wiederholungskonzert dort abermals Graupners Kantate Ach wie flüchtig, ach wie nichtig → GWV 1157/28 auf dem Programm. Auch in den folgenden Jahren und Jahrzehnten wurden dank der Initiative von Friedrich Noack bei Konzerten in Darmstadt immer wieder Werke von Graupner berücksichtigt; im Oktober 1925 gelangten in einem Lieder- und Arienabend im Kleinen Haus des Landestheaters neben einer Violinsonate auch zwei Arien aus der Oper La Costanza vince l’inganno zur Aufführung. Wenige Monate später, im Januar 1926, präsentierte Noack mit dem Darmstädter Kammerorchester, dessen Leitung er im Jahr zuvor übernommen hatte, ein gemischtes Instrumentalprogramm mit Werken des 18. Jahrhunderts; von Graupner befand sich eine Ouvertürensuite für Flöte, Streicher und Generalbass darunter.

1937 veranstaltete die Martinskirche eine Bach-Graupner-Feier, bei der jeweils eine Kantate der beiden Komponisten gespielt wurde. Man hatte dafür die drei Chöre von Martins- und Pauluskirche sowie der Madrigalvereinigung zusammengelegt – eine aus der Perspektive historisch informierter Aufführungspraxis kaum mehr vorstellbare Klangfülle, mit der die Werke seinerzeit erklangen! Ein Abend mit Alt-Darmstädter Kirchenmusik aus Anlass des 50jährigen Bestehens des Kirchenchors der Martinskirche präsentierte am 31. Januar 1938 in der Pauluskirche neben einer bereits früher aufgeführten Kantate Ach wie nichtig, ach wie flüchtig → GWV 1157/28 auch erstmals die KantateDie Wasserströme erheben sich → GWV 1115/34. Im Rahmen von Gottesdiensten in der Martins- sowie der Schlosskirche kam es im April 1940 zur Erstaufführung der KantateVergnügte Ruh, beliebte Seelenlust → GWV 1147/11. Die Madrigalvereinigung brachte knapp zwei Jahre später (9. März 1942) ausschließlich Werke Darmstädter Provenienz zu Gehör: der Bogen wurde von Briegel über Graupner (Kantaten-Ausschnitte) zu den Brüdern Mangold und schließlich Willem de Haan gespannt. Auch dieses Konzert wurde von einem erläuternden Vortrag Noacks flankiert, dem es nach wie vor ein wesentliches Anliegen war, die Zuhörer entsprechend vorzubereiten.

Graupner redivivus IV: Von der Denkmälerausgabe zur wirklichen Praxis

Dass offensichtlich neben Noacks Bemühungen in Darmstadt auch andernorts eine produktive Auseinandersetzung mit der Musik Graupners einsetzte, lassen die Funde von Handschriften in den Bibliotheken von Berlin und Frankfurt vermuten: Bei der Berliner Handschrift handelt es sich um eine Sonate für Flöte, Viola d’amore und Cembalo → GWV 202, bei den Frankfurter Manuskripten um drei Konzerte für eine bzw. zwei Soloviolinen und Streicher (→ GWV 337 bzw. → GWV 319 und → GWV 334). Die Frankfurter Abschriften werden auf die Zeit um 1930 datiert; der Kopist E. [?] Bauer könnte möglicherweise Moritz Bauer gewesen sein, der damalige Professor für Musikwissenschaft in Frankfurt, der die Kompositionen Graupners zu Studien-, Editions- oder auch Lehrzwecken angefertigt haben könnte. Denkbar ist auch, dass man die Werke im studentischen Kreis musizieren wollte. Spätestens seit der Wende zum 20. Jahrhundert hatte die Idee einer Rückbesinnung auf die älteren Epochen weite Kreise der musikalischen Praxis erreicht. In eigenen Konzertreihen wurde allmählich wieder zum Klingen gebracht, was beinahe 200 Jahre verstummt war. Was es mit der oben erwähnten Einzelüberlieferung von Graupners Sonate C-dur in Berlin auf sich hat, ließ sich bislang nicht klären.

Viola d´amore
Viola d’amore zur Zeit Graupners

Aber es scheint nicht ausgeschlossen, dass sie im Zusammenhang mit einem wichtigen Protagonisten der jüngeren Komponistengeneration und dessen musikalischen Aktivitäten steht: Paul Hindemith, der Frankfurter "Bürgerschreck", der nach dem Ersten Weltkrieg einerseits mit so mancher spätromantischen Idee und Konzeption von Musik brach, schenkte andererseits der Erinnerung und Wiederbelebung der älteren Musik in seinem Schaffen sowohl als Komponist, aber vor allem auch als Interpret, großen Raum. Es mag nur Zufall sein, dass es sich bei der Berliner Sonate um ein Werk handelt, bei der die Viola d’amore – ein spezifische Viola aus Graupners Zeit, die in der Folge ausstarb – besetzt ist.

Immerhin aber entwickelte Hindemith selbst großes Interesse an diesem Instrument, ließ sich ein solches nachbauen und konzertierte auch darauf. Sowohl in Frankfurt als auch später in Berlin verantwortete Hindemith eigene Konzertreihen, die der Wiederbelebung alten Repertoires dienten. Dass es vor diesem Hintergrund sehr wohl denkbar ist, einen Zusammenhang mit der Berliner Graupner-Quelle zu vermuten, wird noch durch ein weiteres Faktum unterstützt: Hindemith hielt 1937 in der Geigenbauerstadt Cremona im Norden Italiens einen Vortrag über die Viola d’amore, in dem er auch auf Komponisten des 18. Jahrhunderts zu sprechen kam, die sich mit diesem Instrument eingehend befasst haben:

"Unter den unzähligen Komponisten, die in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Mitteldeutschland wirkten, findet sich eine ganze Anzahl, die für die Viola d’amore geschrieben haben. Von weniger bekannten, aber immerhin trefflichen Meistern nenne ich den Darmstädter Kapellmeister Graupner (1683-1760), den Christian Petzner (1677-1733) und Quantz, den Flötisten Friedrichs des Großen (1697-1773). Auch Bach hat für die Viola d’amore geschrieben."

Giselher Schubert (Hrsg.), Paul Hindemith. Aufsätze Vorträge Reden, Zürich und Mainz 1994, S. 129

Demnach dürfte Hindemith Werke von Graupner gekannt haben – was angesichts der räumlichen Nähe von Darmstadt und Frankfurt auch nicht allzu verwunderlich wäre. Zumindest die erhaltenen Programme von Hindemiths Konzertserien mit älterer Musik geben allerdings diesbezüglich keinen weiteren Aufschluss – unter den aufgeführten Werken findet sich keines von Graupner – doch können Programmzettel womöglich auch verloren gegangen sein.

Graupner redivivus V: Vereinnahmung für die falsche Sache

Ein eigenes wie problematisches Kapitel der Graupner-Rezeption stellen die Jahre 1942 bis 1944 im Dienst der offiziellen Kulturpolitik dar. Ohne konkreten Anlass wie Wiederkehr von Geburts- oder Todestag Graupners besann sich die Stadt Darmstadt auf "ihren" Kapellmeister unter Ernst Ludwig und Ludwig VIII. und stilisierte ihn zu einem "deutschen Künstler". Für Mai 1942 wurde das 1. Graupner Musikfest Darmstadt angekündigt – ignorierend, dass es Ähnliches, dabei rein in der Sache begründetes Engagement und nicht politisch motivierte Vereinnahmung längst durch Noack gegeben hatte. Der propagandistische Tenor war denn auch dabei nicht zu überhören. In der kleinen Begleitbroschüre zur Veranstaltung ließ sich der damalige Oberbürgermeister Wamboldt vernehmen:

"Christoph Graupner kam als 26 jähriger Musiker 1709 nach Darmstadt und entfaltete hier bis zu seinem Tode (1760) eine sehr fruchtbare künstlerische Tätigkeit. Seine hier entstandenen überaus zahlreichen Musikschöpfungen entsprangen einem bewusst deutschen Geist und waren in der damals von französischen Einflüssen bedrohten Westmark ein eigenwilliges starkes Bekenntnis deutscher Kultur. Darum hat Christoph Graupner uns auch heute noch etwas zu sagen."

Material zu den Darmstädter Graupner-Musiktagen im Stadtarchiv Darmstadt
1. Darmstädter Graupner-Musikfest
1. Darmstädter Graupner-Musikfest am 16./17. Mai 1942

Unter dem damaligen Darmstädter GMD Fritz Mechlenburg wurde ein überaus kompaktes zweitägiges Programm zusammengestellt, bei dem ausschließlich Werke Graupners zu hören waren: Ouverturen und Sinfonien bei der nachmittäglichen Eröffnungsveranstaltung im Kleinen Haus des Landestheaters (1944 zerstört) sowie mehrere Ouverturen, Konzerte und eine Sinfonie am ersten Abend ebenfalls im Kleinen Haus; dazwischen wurde eine Ausstellung in der Landesbibliothek eröffnet, dabei kam eine Triosonate zu Gehör. Am folgenden Tag wurden in einer "Morgenfeier" im Großen Haus des Theaters (Mollerbau) zwei Kantaten präsentiert, am Abend gab es dort nochmals ein instrumentales Programm, bestehend wiederum aus Sinfonien und immerhin vier Solokonzerten. Angesichts der Voraussetzungslosigkeit eines solchen Ereignisses hatte es Mechlenburg zunächst als vordringlichste Aufgabe angesehen, ein möglichst breites Spektrum Graupnerscher Kompositionen der Öffentlichkeit vorzustellen.

Bereits im Kontext dieser ersten Graupner-Tage wurde die Idee einer Fortführung der Bemühungen um Graupner entwickelt, der Oberbürgermeister regte wenige Tage später die Einrichtung eines eigenen Graupner-Zimmers im Stadtmuseum an. Bereits ein Jahr danach fanden bereits die 2. Graupner Musiktage in Darmstadt statt. Sie erstreckten sich – nun noch ambitionierter – sogar über eine ganze Woche, dabei beschränkte man sich allerdings auf insgesamt fünf Abendveranstaltungen (ein Orchesterprogramm, zwei Kammermusikabende und zwei Chorkonzerte). Wiederum wurde die Erinnerung an Graupner in den Dienst nationalsozialistischer Propaganda gestellt: Bei der Eröffnung sprach OB Wamboldt vom "Bekenntnis zum deutschen Kunstschaffen, das selbst im totalen Krieg nach Möglichkeiten gefördert wird." (Frankfurter Anzeiger Nr. 43 vom 24. Mai 1943, S. 3).

Die Initiatoren bemühten sich im zweiten Jahr um eine neue Akzentuierung der Graupner-Tage, diese sah zum einen eine stärkere Verortung Graupners in sein zeitgenössisches Umfeld im 18. Jahrhundert vor – indem neben den Kompositionen des Hofkapellmeisters auch Werke Bachs, Händels oder des Darmstädter Kapellmeisters Enderle zur Aufführung gelangten; zum anderen wurde aber auch eine bewusste Brücke zum gegenwärtigen Musikschaffen der eigenen Zeit geschlagen: Neben ein Kammermusikprogramm mit kleinbesetzten Sonaten und Cembalomusik Graupners trat ein eigener Abend mit modernen Kompositionen, darunter eine Ur- und eine Erstaufführung (Bodo Wolf, Septett bzw. Hans Simon, Trio für Violine, Viola und Violoncello). Vollends im Dienst der nationalsozialistischen Sache standen schließlich die dritten Graupner-Musiktage im Juni 1944. In der Grußadresse des Oberbürgermeisters für das Programmheft hieß es:

"In diesen Graupner-Veranstaltungen soll noch mehr als es bei den vergangenen Graupnertagen der Fall war, unsere zeitgenössische Musikauffassung dem alten und vergangenen Musikschaffen in unserer Stadt gegenübergestellt werden. Darmstadt bekennt sich durch die Berufung auf Graupner zu seinen alten geistigen und kulturellen Überlieferungen. Durch die starke Heranziehung der Hitlerjugend und der gesamten Sängerschaft unserer Stadt erhalten diese Graupnertage aber eine zeitgemäße Gestaltung und sind als Bekenntnis zu dem neuen Kulturschaffen unserer nationalsozialistischen Zeit zu werten. Wir greifen bewußt weit zurück in die musikgeschichtliche Vergangenheit unserer Stadt, gestalten aber die Musiktage gegenwartsnah, um dadurch erneut herauszustellen, daß Darmstadt nicht auf dem festbegründeten Ruhm seiner stolzen kulturellen Vergangenheit stehen bleibt, sondern in unserer neuen Zeit seinen Willen bekundet, das Kulturschaffen des nationalsozialistischen Deutschlands maßgeblich zu fördern."

Programmheft der 3. Graupner-Musiktage vom 17. bis 19. Juni 1944

In allen drei Konzerten (die ersten beiden fanden im Kleinen Haus des Landestheaters, das letzte sogar im Großen Haus, dem von Georg Moller erbauten Großherzoglichen Hoftheater selbst statt) kam es tatsächlich zu einer direkten Gegenüberstellung von Kompositionen Graupners mit zeitgenössischen Werken von heute vollständig vergessenen Komponisten: Lieder eines Hermann Lahl oder die Hessische Spielmusik von Paul Zoll erlebten ausgerechnet bei den Graupner Musiktagen ihre Uraufführung. Zwar lag die Ausführung der Graupnerschen Programmteile erneut in den Händen von Fritz Mechlenburg, doch musste er sich die Leitung erstmals teilen; neben ihm traten Hermann Lahl, Siglinde Engelmann und vor allem Paul Zoll mit nationalsozialistischen Musikgruppen in Erscheinung: Das "Bannorchester 115 Darmstadt" war ebenso vertreten wie der "Mädelchor des Bannes 115". Spätestens bei diesen 3. Graupner-Musiktagen war damit jede künstlerisch-musikalische Unabhängigkeit verloren gegangen.

Graupner redividus VI: Der 300. Geburtstag und die Folgen

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft scheint es in Darmstadt um Graupner zunächst etwas stiller geworden zu sein; bei einer Graupner-Briegel-Feier im Oktober 1955 in der Stadtkirche war zumindest Friedrich Noack nur mehr mit einem Vortrag und nicht mehr als musikalischer Leiter beteiligt. Produktive Auseinandersetzung mit dem Werk des Hofkapellmeisters fand ab den 1950er Jahren wieder verstärkt in der Wissenschaft statt. Erste Examensarbeiten und Dissertationen der in Frankfurt wirkenden Peter Cahn und Lothar Hoffmann-Erbrecht begründeten eine neue Phase theoretischer Reflexion mit Graupners kompositorischen Schaffen, (Peter Cahn, Die Kontrapunktlehre in der Handschrift Christoph Graupners und ihre historische Stellung. Staatsexamensarbeit Frankfurt 1951; Lothar Hofmann-Erbrecht, "Johann [!] Christoph Graupner als Klavierkomponist". In: Archiv für Musikwissenschaft 19 (1953), S. 140-152; ders., Deutsche und italienische Klaviermusik zur Bachzeit. Studien zur Thematik und Themenverarbeitung in der Zeit von 1720-1760. Dissertation Jena 1951. Leipzig 1954).

Eine Göttinger Doktorarbeit von 1963 befasste sich mit den Instrumentalkonzerten. Nach und nach erweiterte sich der Kreis der Musikforscher um Kollegen aus den USA und Australien, die damit jene Tendenz vorwegnahmen, welche sich in den 80er und 90er Jahren auch in der praktischen Beschäftigung mit Graupners Werken fortsetzte: Das Interesse an seinem Schaffen wurde insbesondere im Ausland immer größer, während in Darmstadt selbst immer weniger Bürger zu wissen schienen, wer Graupner eigentlich war. Um diesem Missstand abzuhelfen, setzte sich seit den 1970er Jahre ein rühriger Darmstädter Kantor, Karl-Heinz Hüttenberger, für die Wiederbelebung der Graupnerschen Musik auch innerhalb der Stadtgrenzen ein, erstellte für sein musikalisches Ensemble in der Auferstehungs-Gemeinde in Arheilgen neues Aufführungsmaterial, und brachte eine ganze Reihe der Kantaten erstmals wieder zum Klingen. 1983 kam endlich die Chance, Graupner jenseits des Dritten Reichs, ohne ideologische Vereinnahmung ins Zentrum einer großdimensionierten Gedenkveranstaltung stellen zu können: Am 13. Januar jährte sich sein Geburtstag zum 300. Mal. Dank der Initiative von Wolfgang Seeliger, Leiter des Konzertchors Darmstadt, und Oswald Bill, damaliger Leiter der Musikabteilung der Hochschul- und Landesbibliothek, konnten so die ersten unabhängigen Graupner Musiktage in Darmstadt begangen werden. Das Generalthema der zweitägigen Veranstaltung lautete "Christoph Graupner und die Musik seiner Zeit"; in einem dichtgedrängten Programm wurde der Hofkapellmeister mit einem Querschnitt aus seinem Schaffen präsentiert – neben einem Kammer- und einem Orchesterkonzert sowie einem Cembalo-Recital gelangten gleich in drei Darmstädter Kirchen Kantaten Graupners zur Aufführung. Im abschließenden Chorkonzert wurden Kantaten von Bach, Graupner, Telemann und Fasch einander gegenübergestellt. Einzelne Vorträge von Graupner-Experten rundeten das ambitionierte Programm ab, und im Anschluss an die Festtage wurde eine grundlegende Publikation zu Graupner als Darmstädter Hofkapellmeister vorgelegt.

Im Vorwort zum Programmbuch, das die Festtage 1983 begleitete, sprach Wolfgang Seeliger vom "verborgenen musikalischen Schatz" der Graupnerschen Werke, den es endlich zu heben gelte – und er stellte zugleich die Frage nach der Berechtigung, einen Komponisten nach so vielen Jahren "der Vergessenheit zu entreißen". In der Tat war Graupner 1983 noch immer eine Art "Geheimtipp". Das Darmstädter Graupner-Wochenende setzte hier einen beachtlichen Akzent – wenngleich man seinerzeit noch nicht wirklich auf dem neuesten Stand angekommen war, indem man die Werke nach wie vor auf modernen Instrumenten und nicht auf rekonstruierten Nachbauten historischer Vorbilder oder gar alten Geigen oder Celli präsentierte. Das änderte sich erst 15 Jahre später, als Oswald Bill am 12. September 1998 ein Ensemble nach Darmstadt einlud, das Graupner auf historischen Instrumenten interpretierte: Erstmals erklangen in der Stadtkirche durch das Ensemble Antichi Strumenti Kantaten und Solokonzerte Graupners in wirklicher Annäherung daran, wie sie – zu ausgesuchten Gelegenheiten, wenn sie nicht in der Schlosskirche musiziert wurde – dort mehr als 250 Jahre zuvor zuletzt musiziert worden sein dürften. Zwei Jahre später, am 20. September 2000, war das Ensemble erneut in Darmstadt zu Gast. Auch dieser Abend, der ebenfalls unter der Leitung von Oswald Bill stand, war ausschließlich Graupner gewidmet; neben zwei Kantaten erklangen ferner zwei Konzerte für zwei Trompeten und Pauken sowie für Fagott. Längst war um die Jahrtausendwende das Interesse an Graupners Musik überall auf der Welt erwacht; Anfragen an die Musikabteilung zwecks Herstellung von Notenkopien häuften sich, und in der Folge kam es zunehmend zu Einspielungen seiner Werke. Auch die Forschung erhielt neuen Schub: Unter der Leitung von Oswald Bill wurde dank finanzieller Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft das Graupner-Werke-Verzeichnis in Angriff genommen, dessen erster Teil (Instrumentalwerke) schließlich im Jahr 2005 der Öffentlichkeit in einer stattlichen Druckausgabe vorgestellt werden konnte.

Nachtrag: Auch in der ehemaligen DDR begann in den 1970er und 1980er Jahren die Wiederentdeckung der Werke Graupners. Wolfgang Hofmann (1928-2019), wie Graupner, mit dem er sogar verwandt war, aus Kirchberg in Sachsen stammend, seit 1959 Kantor an St. Nikolai in Leipzig. Schon früh wandte er sich der historisch informierten Aufführungspraxis zu und brachte vergessene Werke der älteren Musikgeschichte zur Wiederaufführung. 1983, zur Wiederkehr des 300. Geburtstags von Graupner, führte Hofmann in der Nikolaikirche am 23. April 1983 drei Kantaten aus Graupners Passionszyklus von 1741 auf:Christus, der uns selig macht  → GWV 1121/41, Jesus, auf dass er heiligte das Volk → GWV 1126/41 und Nun ist alles wohlgemacht → GWV 1127/41. (Information von Holger Poitz, Reinstädt, mit herzlichem Dank).

Graupner redivivus VII: die Gründung der Graupner-Gesellschaft

Graupner-Gedenken 2010
Graupner-Gedenken 2010

Es war eine vergleichsweise spät eingelöste Verpflichtung gegenüber dem womöglich wichtigsten Musiker, den die Darmstädter Residenz je gehabt hat, dass sich im Jahr 2003 endlich eine Christoph-Graupner-Gesellschaft in Darmstadt gründete. Zu den Mitgliedern der ersten Stunde gehörten neben den kirchenmusikalisch aktiven Karl-Heinz Hüttenberger und Oswald Bill auch Darmstädter Bürger wie Michael Hüttenberger, die vor allem durch ihr kommunalpolitisches Engagement das Anliegen der Förderung und Bewahrung von Graupners musikalischem Schaffen für die Nachwelt in die städtischen Gremien hineintragen konnten und dadurch wichtige Grundlagenarbeit für das im Jahr 2010 anstehende große Gedenkjahr zum 250. Todestag leisteten. Dass das erste Konzert im Gründungsjahr der CGG erneut vom Ensemble Antichi Strumenti unter Oswald Bill bestritten wurde und Kantaten und Instrumentalmusik in Erstaufführungen präsentierte, stellte eine gelungene Kontinuität zur Darmstädter Graupner-Pflege vor 2003 dar. Zu den Anliegen der Graupner-Gesellschaft gehört aber nicht nur die Förderung und Organisation von Konzerten, sondern auch die intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seinem musikalischen Schaffen.

Seit der Gründung sind bislang [Stand: Ende 2014] acht Nummern der Mitteilungen der Christoph-Graupner-Gesellschaft erschienen, und zum Kreis der bewährten Autoren stoßen inzwischen jüngere Fachkollegen und DoktorandInnnen hinzu, die ihre Forschungen in diesem Forum erstmals einer größeren Öffentlichkeit vorstellen. Den Höhepunkt in der Geschichte der noch jungen Graupner-Gesellschaft bildet aber zweifellos das Jahr 2010 mit seinem großen Gedenkwochenende und seinen drei sehr unterschiedlichen Konzerten, abgestimmt auf drei intensive Symposiumstage, gewidmet der Geschichte der hessischen Residenz, Graupners Opern und seinen Sinfonien. Aber auch an der von der Darmstädter Hofkapelle zur Aufführung gebrachten szenischen Version der Oper Berenice und Lucilla hatte die Christoph-Graupner-Gesellschaft durch Werkauswahl, begleitende Edition und dramaturgische Kooperation wesentlichen Anteil. Die Resonanz auf die auch von Stadt und Land unterstützten Veranstaltungen war vielfältig und überaus positiv; die Graupner-Gesellschaft nimmt dies zum Anlass, um auch in den kommenden Jahren durch größere und kleinere Veranstaltungen für das Werk des einstigen Hofkapellmeisters in Darmstadt und über die Stadtgrenzen hinaus einzutreten.

© Ursula Kramer 2010

 
Rezeptions­geschichte
       
Unerhört! - Wiederentdecktes
  • Christoph Schaffrath (1709-1763): Sinfonie à 4 in c-moll für Streicher und B.C.
  • Johann Wilhelm Hertel (1727-1789): Oboenkonzert C-Dur für Streicher und B.C.
  • Christoph Graupner (1683-1760): Concerto B-Dur für 2 Traversflöten, 2 Oboen, 2 Violinen, Viola und B.C.GWV 344
  • Johann Friedrich Fasch (1688–1758): Ouverture-Suite g-moll FaWV K:g1a
  • Carl Friedrich Abel (1723-1787): Symphonie Concertante à plusieurs Iistruments obligés B-Dur WK 42

Ausführende:

  • Xenia Löffler (Oboe)
  • Akademie für Alte Musik Berlin, Leitung: Georg Kallweit

Datum: Freitag, 14. August 2020, 21.00 Uhr
Ort: St. Elisabeth Kirche, Berlin (D)
Veranstalter: Akademie für Alte Musik Berlin

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Vertikale Harmonie: Galante Gefühle
  • Johann Adolf Hasse (1699-1783): Concerto F-Dur für Sopran-Chalumeau, Traversflöte, Bassflöte und B.C.
  • Johann J. Quantz (1697-1773): Triosonate g-moll für Traversflöte, Blockflöte und B.C. QV 2:35
  • Christoph Graupner (1683-1760):Triple Concerto für Chalumeau, Fagott & Violoncello C-Dur → GWV 306
  • Johann Adolf Hasse (1699-1783): Sonate in C-Dur für Cello und B.C.
  • Franz Xaver Richter (1709-1789): Symphonie mit Fuge g-moll für Sopranflöte, Altflöte, Tenorflöte und B.C.

Ausführende:

  • Gianfranco Saponaro (Flöte), Giulio De Felice (Flöte), Susanne Geist (Flöte), Daniele Bovo (Violoncello), Davide Stefanelli (Cembalo)
    (Armonia Verticale) 

Datum: Donnerstag, 23. Juni 2022, 21:00 Uhr
OrtBurgundermuseum, Via Borgogna, Vercelli (I)
Veranstalter: Città di Vercelli

 

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Von Bach bis Mozart - Sonaten für Cembalo und Violine zwischen Barock und Klassik
  • Johann Sebastian Bach (1685-1750): Sonate für obligates Cembalo und Violine c-moll BWV 1017
  • Christoph Graupner (1683-1760): Sonate für obligates Cembalo und Violine g-moll→ 709">GWV 709
  • Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788): Sonate für obligates Cembalo und Violine c-moll Wq. 78 (1763)
  • Johann Stamitz (1717-1757): Sonate für Violine und Basso continuo D-Dur op. 6/5 (Druck: 1759)
  • Johann Christian Bach (1735-1782): Sonate für Clavier und Violine A-Dur op. 16/5 (1779)
  • Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791): Sonate für Clavier und Violine G-Dur KV 301 (1778)

Ausführende:

  • Stephan Schardt (Violine), Michael Borgstede (Cembalo)

Datum: Sonntag, 7. Oktober 2018, 17.00 Uhr
Ort: Museum für Angewandte Kunst, Köln (D)
Veranstalter: Forum für Alte Musik

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Wiederentdeckung eines Komponisten

Ausblick auf die "Graupner-Musiktage" Mitte Juni in Darmstadt

Der eigentliche Jahrestag am 13. Januar ist lange vorbei, die Ehrung der Stadt Darmstadt zum 300. Geburtstag ihres prominenten Bürgers Christoph Graupner (1683-1760) gehen ihren Höhepunkt noch entgegen: Die "Graupner-Musiktage" am 11. und 12. Juni bieten eine geballte Ladung von Kompositionen des Zeitgenossen von Bach, Händel oder Telemann. Seit 1709 wirkte Graupner als erster Hofkapellmeister in Darmstadt.

Wolfgang Seeliger, Dirigent des Darmstädter Konzertchors und künstlerischer Leiter der Graupner-Tage, betonte bei der Vorstellung des Programms am Donnerstagmittag im Neuen Rathaus die Idee, auch langfristig Impulse für die Graupner-Rezeption zu geben: das vergessener Werk Graupner sei, so Seeliger, eine Entdeckung durchaus wert. Die Zusammenstellung der Kompositionen bietet denn auch einen Querschnitt durch verschiedene Werkgruppen, enthält neben Kammer- und Orchestermusik auch Kantaten (in Zusammenarbeit mit dem Darmstädter Kirchengemeinden). ...

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Quelle: Darmstädter Echo, 06. Mai 1983

Pressespiegel