Christoph-Graupner-Gesellschaft

 

 

Details zur Kantate GWV 1169/45a

Herr nun lässest du deinen Diener



Originaltitel:
Herr nun läßest du deinen Diener / in Friede / a / 2 Violin / Viola / Canto / Alto / Tenore / Basso / e / Continuo. / Fest. Purif. Mar. / 1745. / ad / 1738.
Abschnitt im Kirchenjahr: Marienfeste
Anlass: Mariä Reinigung (2.2.)
Entstehungszeit: 1745
Uraufführung (aus GWV-Nummern ermittelt): 02.02.1745
Vokal: Sopran, Alt, Tenor, Bass
Solostimmen: 3
Instrumente: , str, bc
Satzbeschreibung:
     1.dictum (T,str,bc) - F - 3
     2.rec (B,bc)
     3.aria (B,str,bc) - B - C (vivace)
     4.rec (S,bc)
     5.aria (S,vl unis,vla,bc) - c - C
     6.rec (T,bc)
     7.choral (SATB,str,bc) - F - C (largo)

Melodie zum 7. Satz aus dem Choralbuch von 1728:
Ach Herr, mich armen Sünder (Seite 4)
Liedtext: Herzlich tut mich verlangen

Dichter: J.C. Lichtenberg
Partitur: 11 Seiten;
S, A, T, B: 1, 1, 1, 1 - vl 1 (2x), 2, vla, vlne (2x), bc: 2, 2, 2, 1, 2, 2, 2f.
Kommentar: eine Violonestimme teilweise beziffert /fh



Originalquellen (ULB Darmstadt):Mus Ms-453-03
RISM ID:   450006842
Autograph im Bestand der ULB:   
Einzelheiten zum Kantatentext:   
Aufgeführt als Werk in Konzerten:    ---
Eingespielt auf CD, LP, usw.:---



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    Text der Kantate:
  1. Dictum
    Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Friede
    fahren, wie Du gesaget hast; denn meine Augen
    haben Deinen Heiland gesehen.
  2. Secco-Rezitativ
    Ihr müde Augen, schließt euch zu,
    mein Geist hat dort das rechte Wohl erblickt.
    Hier ist nur Arbeit, Last und Hitze,
    die oft empfindlich drückt;
    dort ist die süße Abendruh’.
    Ach, wenn ich die besitze,
    wie wohl wird mir nicht sein?
    Mein Jesu, lass den Feierabend kommen
    und führe mich zu allen Frommen,
    zur sanften Himmelsruhe ein.
  3. Arie
    Droben wünscht mein Geist zu leben,
    da, da lacht mich Jesus an.
    Hier muss meines Lebens Kahn
    nur auf wilden Fluten schweben.
    Jesu, großer Steuermann,
    führe mich doch in den Port,
    an den Ort,
    wo ich ewig ruhen kann.
  4. Secco-Rezitativ
    Wer Jesum kennt
    und Sein durch Ihn erworbnes Heil ersiehet,
    der ist bemühet,
    dort bei dem Herrn zu sein.
    Wenn sich der Geist von seiner Wohnung trennt,
    so nimmt ihn auch kein Schrecken ein.
    Und solcher Sinn
    macht ihn bei Gott beliebt.
    Ja, da er sich im Glauben Gott ergibt,
    so findet er dort himmlischen Gewinn.
  5. Arie
    Sollt ich dieses Leben lieben?
    Nein! Hier ist nur Eitelkeit.
    Dort will ich was Bessers erben.
    Will der Herr, so will ich sterben;
    meine Zeit sei Ihm, wie es Ihm gefällt,
    heimgestellt.
    Ach, vielleicht ist sie nicht weit.
  6. Secco-Rezitativ
    Verabscheut mancher hier den Tod,
    was ist’s, er muss ihn doch erleiden.
    Herr Zebaoth,
    gib Gnade, dass ich einst mit Freuden
    den letzten Feind hier überwinde
    und endlich dort bei Dir das rechte Leben finde.
  7. Choralstrophe
    Herzlich tut mich verlangen
    nach einem seel’gen End’,
    weil ich hier bin umfangen
    mit Trübsal und Elend.
    Ich hab Lust abzuscheiden
    von dieser bösen Welt,
    sehn’ mich nach ew’gen Freuden.
    Herr Jesu, komm nur bald!