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Eine Graupner-Oper in Darmstadt
Szenische Aufführung im Ernst-Ludwig-Saal Darmstadt-Eberstadt
Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Die Bühnenbilder werden gemalt, die Kostüme in barocker Manier genäht und die Sänger:innen studieren fleißig ihre Rollen. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die von der Christoph-Graupner-Gesellschaft initiierte Aufführung von Graupners Pastoraloper „La constanza vince l’inganno“ → GWV 1011, mit der das Darmstädter Barockfest 2026 am Sonntag, den 31. Mai eröffnet wird.
Nur zwei Opern aus Graupners Darmstädter Zeit sind erhalten; „La costanza“ ist die spätere, 1715 erstmals aufgeführt. Sie erzählt die Geschichte eines Prinzenpaares aus unterschiedlichen Ländern, das, füreinander bestimmt, sich aber zunächst incognito in einer arkadischen Hirtenwelt begegnet und ineinander verliebt, aber durch eine üble Intrigantin immer wieder auseinandergebracht wird, bis … am Ende alles gut ausgeht.
Der Typus der Pastorale war im Barockzeitalter vor allem in Frankreich überaus beliebt. Womöglich ging die Initiative für dieses Sujet vom Landgrafen selbst aus, der als Jugendlicher auf seiner Grand Tour stark von der französischen Kultur und Musik beeinflusst wurde. Jedenfalls steuerte Ernst Ludwig von ihm selbst komponierte Nummern, darunter die Ouvertüre, zu Graupners Partitur bei. Dieser bietet in seiner Musik alles auf, was das barocke Musiktheater damals zu bieten hatte: große italienische Arien ebenso wie schlichte französische Tanzsätze sowie eine Reihe von Ballettnummern, schließlich sollte sich das gesamte künstlerische Personal des Hofes auf der Bühne präsentieren können.
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Für die Neuproduktion dieses für den barocken Opernstandort Darmstadt so wichtigen Werkes konnten wir über Vox Temporis (Belgien) zwei flämische Experten einladen, die eine adäquate historisch informierte Realisierung auf beiden Ebenen gewährleisten: die renommierte Choreografin und Regisseurin Sigrid T’Hooft, die nach dem Vorbild barocker Theaterlehre der historische informierten Aufführungspraxis in der Musik eine adäquate szenische Umsetzung mit barocker Gestik und stilisierter Bewegung an die Seite stellt, sowie den ebenfalls in Gent beheimateten Dirigenten und Cembalisten Florian Heyerick. Er übernimmt als ausgewiesener Experte der Musik Graupners mit seinem Ensemble Ex Tempore die künstlerisch-musikalische Gesamtleitung der Aufführung.
Die Kosten für den musikalischen Anteil der Produktion übernimmt zum großen Teil dankeswerterweise die Hans Erich und Marie Elfriede Dotter-Stiftung, die das Konzert in die Reihe ihrer Hauptkonzerte aufgenommen hat, für die Finanzierung des szenischen Projektteils läuft derzeit noch die Einwerbung von weiteren Sponsorengeldern.
Aufführung: Sonntag, 31 Mai.2026, 18:00 Uhr im Ernst Ludwig Saal, Darmstadt-Eberstadt
Mit freundlicher Unterstützung:
5. Juni 2026
Graupner hören
Musik von Christoph Graupner auf über 100 Musikträgern finden Sie in unserer Diskographie, auf Videoeinspielungen und bei zahlreichen Bestellportalen und Streamingportalen im Internet. Nutzung der Musikbeispiele auf dieser Webseite mit ausdrücklicher Genehmigung der jeweiligen Label.
Hana Blazíkova (Sopran), Sunhae Im (Sopran), Sherezade Panthaki (Sopran), Aaron Sheehan (Tenor), Jesse Blumberg (Bariton), Christian Immler (Bariton), Harry van der Kamp (Bass) und andere
Boston Early Music Festival Orchestra, Leitung: Paul O'Dette, Stephen Stubbs
Disc 1, 36. Aria: "Mein Gemüthe irrt im Liebes-Labyrinth" (Antiochus), 3:38 min. Christian Immler (Bariton):
Disc 2, 09. Aria con tutti li stromenti: "Mich fordert die Liebe" (Stratonica), 4:45 min. Hana Blazíkova (Sopran):
Disc 2, 22. Aria: "Holde Rosen und Jasminen" (Mirtenia, Demetrius, Ellenia, Hesychius, Chor), 3:34 min. Sunhae Im (Sopran), Aaron Sheehan (Tenor), Sherezade Panthaki (Sopran), Jesse Blumberg (Bariton):